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Vergleich 04. Juli 2026

Make vs. Zapier vs. n8n: Welches Automatisierungstool ist DSGVO-sicherer?

n8n (DSGVO-Score 8,0/10) vs. Make (7,0/10) vs. Zapier (kein DB-Score, US-Unternehmen) im Direktvergleich für DACH-KMU.

A. Blick Redaktion: A. Blick  ·  Stand: 04. Juli 2026  ·  Lesezeit: 7 Min.

Kurze Antwort

Für DSGVO-sensible DACH-KMU liegt n8n vorn: DSGVO-Score 8,0/10 (Berliner Unternehmen, Self-Hosting möglich) gegenüber Make mit 7,0/10 – vor allem wegen der echten Self-Hosting-Option und der expliziten Zusage, keine Nutzerdaten fürs KI-Training zu verwenden. Make ist der beste Cloud-Kompromiss: EU-Firmensitz (Tschechien, Celonis SE München), Betrieb aber auf AWS. Zapier hat in unserer Datenbank keinen eigenen DSGVO-Score – das Unternehmen ist US-amerikanisch, alle öffentlich gelisteten Subprozessoren (Stand: Juni 2026) verarbeiten in den USA, eine EU-Hosting-Option ist nicht dokumentiert (Stand: 2026-06).

Wichtig: Ein hoher DSGVO-Score bedeutet nicht automatisch rechtskonformen Einsatz. Entscheidend sind auch die konkrete Nutzung, ein AVV und interne Datenschutzprozesse.

Schnellentscheidung

SzenarioEmpfehlungWarum?
Mandanten-/Patientendaten, maximale Kontrollen8n (self-hosted)Daten verlassen nie die eigene Infrastruktur
Schneller Einstieg ohne eigenen ServerMakeEU-Firma, kostenloser Plan, sofort startklar
Sehr einfache Ein-Schritt-AutomatisierungZapierGrößter App-Katalog, niedrigste Einstiegshürde
Komplexe Multi-Step-Workflows mit LogikMake oder n8nVerzweigungen, Iteratoren, Error-Handling
Hohes Volumen, Kostenkontrollen8n (self-hosted)Fixkosten statt Pay-per-Operation

Empfehlung nach Nutzergruppe

NutzergruppeEmpfehlung
Steuerkanzleien / Anwaltskanzleienn8n (self-hosted) – kein Drittanbieter-Zugriff auf Mandantendaten
Freelancer ohne Server-Know-howMake – kostenloser Einstieg, keine Wartung
Marketing-Agenturen mit vielen KundenkontenMake – 3.000+ Integrationen, Team-Rollen
Entwickler-Teams mit DevOps-Erfahrungn8n – Code-Node, volle Kontrolle
Solo-Gründer mit einfachen Zwei-App-FlowsZapier – schnellste Einrichtung
KMU mit Gesundheits-/Berufsgeheimnisdatenn8n (self-hosted) – eliminiert Drittstaatentransfer strukturell
Unternehmen ohne eigene ServerinfrastrukturMake – SaaS ohne Betriebsaufwand

Gewinner nach Kategorie

KategorieGewinner
DSGVO / Datenschutzn8n
Preis / EinstiegMake
Workflow-Tiefen8n
BenutzerfreundlichkeitZapier
Zielgruppe KMU ohne Dev-TeamMake
Gesamturteiln8n

Was unterscheidet Make, Zapier und n8n?

Make (ehemals Integromat) ist eine visuelle No-Code-Plattform aus Prag, seit 2022 Teil der deutschen Celonis SE. Kernstärke sind Iteratoren, Router und Fehlerbehandlung – flexibler als Zapiers einfache Wenn-Dann-Logik. Für ein Marketing-Team, das Leads aus mehreren Formularen zusammenführt, per KI-Modul vorqualifiziert und ins CRM überträgt, ist Make oft die wirtschaftlichere Wahl. Agenturen nutzen die API-Module zudem, um wiederverwendbare Szenario-Templates für mehrere Kunden zu bauen – ein Vorteil gegenüber Einzel-Setups. Sobald der kostenlose Plan mit 1.000 Operationen ausgeschöpft ist, ist der Umstieg auf Core der naheliegende nächste Schritt.

Zapier ist Marktführer mit dem größten App-Katalog (9.000+) und der niedrigsten Einstiegshürde. Rechtlich handelt es sich um ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in San Francisco. Seit 2026 verrechnet Zapier alle Produkte – Zap-Workflows, KI-Schritte, Code und SDK – über einen gemeinsamen Task-Pool, was die Preislogik vereinheitlicht, aber Verbrauchsspitzen bei intensiver KI-Nutzung schwerer vorhersehbar macht. Neben klassischen Zaps bietet Zapier mittlerweile auch Tables, Forms und Canvas als Zusatzbausteine an. Für ein Solo-Business mit einer simplen Formular-zu-Slack-Verbindung reicht der kostenlose Plan völlig aus.

n8n stammt aus Berlin und ist im Kern Open Source. Der entscheidende Unterschied: Wer die Community Edition selbst hostet, verarbeitet Workflow-Daten ausschließlich auf eigener Infrastruktur – ohne Drittanbieter-Zugriff. Der eingebaute Code-Node erlaubt JavaScript- und Python-Snippets direkt im Workflow, was bei komplexer Fehlerbehandlung und individuellen Datentransformationen mehr Kontrolle bietet als die visuellen Bausteine von Make oder Zapier. Für eine Kanzlei, die Mandantendaten automatisiert verarbeiten will, ist Self-Hosting strukturell die sicherste Option der drei Tools – der Umstieg erfordert allerdings eigenes Server-Know-how oder einen entsprechenden Dienstleister.

Funktionsvergleich

KriteriumMakeZapiern8n
ServerstandortAWS, EU-Regionen konfigurierbar (laut Sicherheitsdokumentation, Stand: 2026-06)USA (laut Subprozessorenliste, Stand: 2026-06)Azure Deutschland + Hetzner (laut Datenschutzerklärung, Stand: 2026-06); self-hosted frei wählbar
Self-HostingNeinNeinJa (Community Edition)
Open SourceNeinNeinJa
Integrationen3.000+9.000+400+ nativ, plus HTTP-Node
EinsteigerfreundlichkeitMittelHochNiedrig (technisches Vorwissen nötig)
Kostenloser PlanJaJaNur self-hosted (kein Cloud-Dauer-Free-Tarif)
AVV/DPAAuf Anfrage, Enterprise-StandardSelf-Service (dpa.zapier.app), in ToS integriertSelf-Service via DocuSign
KI-Training mit NutzerdatenLaut Anbieter nicht genutzt (Stand: 2026-06)Laut Subprozessorenliste ausgeschlossen (Stand: 2026-06)Explizit ausgeschlossen laut Datenschutzerklärung (Stand: 2026-06)

Mehr Details in den ausführlichen Tests: Make und n8n.

Preise & Pläne

Make startet kostenlos (1.000 Operationen/Monat). Core kostet 9 USD/Monat (10.000 Operationen), Pro 16 USD/Monat, Teams 29 USD/Monat – jährlich günstiger (Stand: 2026-06). Für Solopreneure mit moderatem Volumen reicht Core.

Zapier bietet einen dauerhaften Free-Plan (100 Tasks/Monat), Professional ab 19,99 USD/Monat, Team ab 69 USD/Monat, Enterprise auf Anfrage (Stand: Juli 2026). Für einfache Automatisierungen mit geringem Volumen reicht oft der Free-Plan.

n8n verzichtet auf einen dauerhaften Cloud-Free-Tarif – die Community Edition ist self-hosted kostenlos. Cloud: Starter 20 €/Monat (2.500 Ausführungen), Pro 50 €/Monat (10.000 Ausführungen), Business 667 €/Monat mit SSO und Git-Versionierung (Stand: Juni 2026). Bei eigenem Server ist die Community Edition bei hohem Volumen am wirtschaftlichsten.

Die drei Anbieter rechnen nach unterschiedlichen Einheiten ab, was ein direkter Preisvergleich erschwert: Make verrechnet pro Operation (jeder Datenschritt in einem Szenario zählt einzeln), Zapier seit 2026 einheitlich nach Tasks über alle Produkte hinweg, und n8n pro vollständiger Workflow-Ausführung – unabhängig davon, wie viele Schritte ein Workflow intern enthält. Für ein KMU mit einfachen Zwei-Schritt-Automatisierungen kommt Make Core (9 USD für 10.000 Operationen) oft günstiger als ein vergleichbares Volumen bei Zapier. Bei komplexeren, mehrstufigen Workflows verschiebt sich der Vorteil eher zu n8n, da dort die Kosten pro Durchlauf und nicht pro Einzelschritt anfallen. Wegen der unterschiedlichen Abrechnungslogik lohnt sich vor der Entscheidung ein Test mit den eigenen typischen Workflows statt eines reinen Preisvergleichs auf dem Papier.

DSGVO & Datenschutz

Make – DSGVO-Score 7,0/10 (nach unserer Bewertungsmethodik, vor allem aufgrund der AWS-Infrastruktur ohne garantierte EU-exklusive Speicherung). Tschechisches Unternehmen (EU) – kein unmittelbares Risiko durch eine US-Muttergesellschaft, Restrisiken über die AWS-Subprozessorkette verbleiben. SOC 2 Type II auditiert, ISO 27001 nur für Enterprise. Eine DPF-Zertifizierung ist öffentlich nicht verifiziert (Stand: 2026-06).

Zapier – kein DSGVO-Score in unserer Datenbank hinterlegt. Zapier ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in San Francisco; laut aktueller Subprozessorenliste (Stand: Juni 2026) verarbeiten alle gelisteten Dienstleister (u. a. AWS, OpenAI, Anthropic, Google, Microsoft) in den USA – eine EU-Hosting-Option ist nicht dokumentiert (Stand: 2026-06). Transfers werden laut GDPR-Zusatzhinweis über Standardvertragsklauseln abgesichert; das DPA ist per Self-Service abrufbar und Bestandteil der Nutzungsbedingungen.

n8n – DSGVO-Score 8,0/10 (nach unserer Bewertungsmethodik, vor allem wegen Self-Hosting-Option und expliziter KI-Trainings-Ausschlussklausel). Cloud-Infrastruktur läuft auf Azure Deutschland und Hetzner; für die Cloud-Version besteht durch US-KI-Subprozessoren (OpenAI, LangChain) ein Cloud-Act-Risiko – bei Self-Hosting entfällt dieser Aspekt vollständig. SOC-2-Typ-2-zertifiziert, DPO benannt.

Sub-Prozessoren aller drei Tools sollten vor Vertragsabschluss individuell anhand der jeweils aktuellen Liste geprüft werden.

Für wen ist welches Tool geeignet?

  • Kanzleien, Praxen, Berufsgeheimnisträger: n8n (self-hosted) – eliminiert Drittanbieter-Datenfluss strukturell, erfordert aber eigenes Server-Know-how oder einen IT-Dienstleister.
  • KMU mit wiederkehrenden Marketing-/CRM-Prozessen: Make – Kompromiss aus Preis, EU-Standort und Flexibilität, ohne eigene Serverwartung.
  • Solo-Selbstständige mit einfachen Automatisierungen: Zapier – schnellster Einstieg, größter App-Katalog, geringer Konfigurationsaufwand.
  • Entwickler-Teams mit hohem, komplexem Automatisierungsvolumen: n8n Cloud oder self-hosted – Code-Node und Abrechnung pro Workflow-Durchlauf statt pro Schritt.
  • Nicht geeignet: Zapier für hochsensible personenbezogene Daten ohne individuelle Rechtsprüfung, da keine EU-Hosting-Option dokumentiert ist (Stand: 2026-06).

Unsere Empfehlung 2026

🥇 Testsieger: n8n – höchster DSGVO-Score, Self-Hosting-Option, keine KI-Trainingsnutzung. 🥈 Preis-Leistung: Make – kostenloser Einstieg, EU-Firmensitz, große Integrationstiefe. 🔒 Datenschutz-Sieger: n8n (self-hosted) – Daten verlassen nie die eigene Infrastruktur.

Fazit & Empfehlung

Wer Mandanten- oder Kundendaten mit hoher Schutzwürdigkeit automatisiert, sollte n8n self-hosted priorisieren – kein anderes der drei Tools bietet vergleichbare Datenkontrolle. Für den unkomplizierten SaaS-Einstieg ohne eigenen Server ist Make der wettbewerbsfähigste EU-Kompromiss, insbesondere wenn mehrstufige Workflows mit Bedingungslogik gefragt sind. Zapier bleibt trotz fehlendem DSGVO-Score in unserer Datenbank für einfache Automatisierungen mit geringem Datenschutzrisiko praktikabel – für sensible Datenkategorien ist aber eine eigene rechtliche Prüfung unerlässlich. Wenn ich heute für ein DACH-KMU mit sensiblen Kundendaten wählen müsste, würde ich zu n8n (self-hosted) greifen und Make als Fallback für Teams ohne eigene Serverinfrastruktur einplanen.

(kein Rechtsberatungsersatz, Stand: 2026-07)

Häufige Fragen

Welches Automatisierungstool ist am DSGVO-sichersten?

n8n erreicht in unserer Methodik den höchsten DSGVO-Score (8,0/10), vor allem wegen der Self-Hosting-Option und dem expliziten Verzicht auf KI-Training mit Nutzerdaten. Make folgt mit 7,0/10. Für Zapier liegt in unserer Datenbank kein eigener Score vor.

Ist Zapier DSGVO-konform?

Zapier eignet sich aus DSGVO-Sicht nur eingeschränkt für sensible Daten: Das Unternehmen ist US-amerikanisch, alle dokumentierten Subprozessoren (Stand: Juni 2026) verarbeiten dort, eine EU-Hosting-Option ist nicht dokumentiert (Stand: 2026-06). Ein AVV ist über Standardvertragsklauseln abgesichert und per Self-Service erhältlich.

Kann ich n8n oder Make selbst hosten?

n8n bietet mit der Community Edition eine vollständige Self-Hosting-Option (Open Source). Make ist reine SaaS ohne Self-Hosting-Möglichkeit. Zapier bietet ebenfalls keine Self-Hosting-Option.

Welches Tool ist für Steuerberater oder Anwaltskanzleien geeignet?

Für Berufsgeheimnisträger mit Mandantendaten ist n8n self-hosted die sicherste Option, da Daten die eigene Infrastruktur nicht verlassen. Bei Cloud-Nutzung jedes der drei Tools ist eine individuelle rechtliche Prüfung der Subprozessoren ratsam.

Was kostet Make im Vergleich zu Zapier und n8n?

Make startet kostenlos (1.000 Operationen/Monat), Core kostet 9 USD/Monat. Zapier bietet ebenfalls einen Free-Plan (100 Tasks), Professional ab 19,99 USD/Monat. n8n hat keinen dauerhaften Cloud-Free-Tarif, Cloud-Pläne starten bei 20 €/Monat; die self-hosted Community Edition ist kostenlos (Stand: 2026-06/07).

🛡️ Im Artikel erwähnte Tools — bewertet nach unserer Methodik

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