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Anleitung

Wie du bessere Prompts für ChatGPT, Claude & Co. in 20 Minuten schreibst

A. Blick A. Blick  ·  Stand: 22. Juli 2026  ·  Lesezeit: 8 Min.

Ein guter Prompt entscheidet oft darüber, ob eine KI-Antwort auf Anhieb brauchbar ist oder erst nach mehreren Anläufen taugt. Gerade im KMU-Alltag, wo niemand Zeit für stundenlanges Herumprobieren hat, macht eine klare Prompt-Struktur den Unterschied zwischen einem nutzbaren Entwurf und frustrierendem Trial-and-Error. Die Struktur aus Rolle, Ziel, Kontext, Format und Ton funktioniert bei ChatGPT, Claude, Gemini und Microsoft Copilot ähnlich, auch wenn Details je nach Tool variieren. Diese Anleitung zeigt dir sieben konkrete Schritte, mit denen Mitarbeiter Prompts spürbar besser formulieren – ohne Vorkenntnisse in Programmierung.

Was du brauchst

  • Zugang zu mindestens einem KI-Tool (z. B. ChatGPT, Claude, Gemini oder Microsoft Copilot)
  • Einen Account – kostenlose Pläne reichen für den Einstieg
  • Ein konkretes Arbeits-Szenario (E-Mail, Angebot, Social-Media-Text o. Ä.)
  • 20 Minuten ungestörte Zeit zum Ausprobieren
  • Wissen darüber, welche Daten du laut internen Vorgaben eingeben darfst

Zeitaufwand: ca. 20 Minuten · Schwierigkeitsgrad: Einsteiger · Benötigte Rechte: normaler Nutzer-Zugang, kein Admin-Zugriff nötig

Hinweis: Diese Anleitung ersetzt keine Rechtsberatung – kläre unternehmensspezifische Datenschutzfragen, etwa zu AVV oder personenbezogenen Daten, mit eurer Datenschutz-Ansprechperson (Stand: 2026-07).

Schritt 1: Rolle und Ziel klar benennen

Sag der KI zu Beginn, welche Rolle sie einnehmen soll und was am Ende herauskommen muss – nicht nur das grobe Thema. “Schreib etwas über unser neues Produkt” ist zu vage; “Du bist Marketing-Texter für ein Handwerksunternehmen, formuliere eine Produktankündigung für Bestandskunden” gibt der KI einen klaren Rahmen.

Häufiger Fehler: Nutzer starten direkt mit der Aufgabe, ohne Rolle oder Ziel zu nennen – die KI errät dann den Kontext und liegt oft daneben, etwa beim Fachniveau oder beim Zweck des Textes.

Danach hast du einen Prompt-Anfang, der der KI Rolle und Zielrichtung eindeutig vorgibt.

Schritt 2: Keine echten Kunden- oder Mitarbeiterdaten eingeben

Ersetze Namen, E-Mail-Adressen oder Vertragsdetails durch Platzhalter wie “[Kundenname]” oder “[Betrag]”, bevor du einen Prompt abschickst. Ob und wie ein Tool personenbezogene Daten verarbeitet, hängt vom jeweiligen Anbieter und Vertrag ab – im Zweifel bei der zuständigen Datenschutz-Ansprechperson im Betrieb nachfragen, bevor reale Daten eingegeben werden.

Häufiger Fehler: Ganze E-Mails oder Kundenlisten werden unverändert eingefügt, um “Zeit zu sparen” – dabei reicht meist ein anonymisiertes Beispiel völlig aus.

Danach weißt du, welche Angaben in deinem Prompt durch Platzhalter ersetzt gehören, bevor du ihn abschickst.

Schritt 3: Kontext liefern, nicht nur die Aufgabe

Ergänze Branche, Zielgruppe und Anlass. “Für ein B2B-Publikum, das unsere Software noch nicht kennt” liefert der KI mehr Orientierung als eine reine Aufgabenbeschreibung – ein Prompt für eine Rechnungserinnerung an Privatkunden braucht einen anderen Kontext als einer für eine technische Ausschreibung. Je spezifischer der Kontext, desto weniger musst du später nachbessern.

Häufiger Fehler: Der Prompt bleibt bei der reinen Aufgabe stehen, ohne Zielgruppe oder Situation zu beschreiben – das Ergebnis wirkt dann austauschbar und generisch.

Danach liegt dir ein Prompt vor, der Aufgabe UND Situation gemeinsam beschreibt.

Schritt 4: Format und Länge vorgeben

Lege fest, ob du Fließtext, Stichpunkte, eine Tabelle oder ein E-Mail-Format brauchst, und gib eine ungefähre Länge an (“max. 150 Wörter”, “5 Stichpunkte”, “Tabelle mit 3 Spalten”). Ohne diese Angabe wählt die KI ein Format nach eigenem Ermessen, das selten zum geplanten Verwendungszweck passt.

Häufiger Fehler: Format und Länge werden offen gelassen, dann folgt Frust über zu lange Fließtexte, wo eigentlich eine kurze Stichpunktliste gebraucht wurde.

Danach hast du klare Vorgaben zu Struktur und Umfang formuliert.

Schritt 5: Ton und Zielgruppe festlegen

Beschreibe, wie das Ergebnis klingen soll: förmlich, locker, technisch, oder erklärend für fachfremde Laien. “Schreib im Ton einer freundlichen, aber professionellen Kundenmail” liefert spürbar andere Ergebnisse als gar keine Angabe zum Ton.

Häufiger Fehler: Der Ton wird erst nach der ersten, unpassenden Antwort thematisiert, statt ihn direkt im ersten Prompt vorzugeben.

Danach weißt du, wie du den gewünschten Tonfall und die Zielgruppe direkt im Prompt hinterlegst.

Schritt 6: Ergebnis iterativ nachsteuern

Nimm die erste Antwort als Entwurf, nicht als Endergebnis. Gib konkretes Feedback (“kürzer”, “weniger förmlich”, “ein Beispiel ergänzen”) statt den ganzen Prompt neu zu schreiben – zum Beispiel: “Kürze auf die Hälfte und streiche den letzten Absatz.” Die meisten Tools behalten den bisherigen Gesprächsverlauf im Blick und passen nur den betroffenen Teil an.

Häufiger Fehler: Nach einer unpassenden ersten Antwort wird das Tool als “schlecht” abgestempelt, statt mit ein bis zwei kurzen Nachfragen nachzusteuern.

Danach liegt dir eine Technik vor, mit der du Antworten in wenigen Runden gezielt auf den Punkt bringst.

Schritt 7: Guten Prompt speichern und Tool-Einstellungen prüfen

Speichere Prompts, die gut funktioniert haben, in einem gemeinsamen Dokument oder einer geteilten Prompt-Sammlung fürs Team, am besten sortiert nach Anwendungsfall – so muss niemand bei null anfangen. Prüfe zusätzlich einmalig, ob dein Tool-Anbieter einen AVV anbietet und ob eingegebene Inhalte für KI-Training verwendet werden – diese Einstellung lässt sich bei den meisten Business-Plänen in den Konto- oder Datenschutzeinstellungen deaktivieren.

Häufiger Fehler: Funktionierende Prompts landen nur im Chatverlauf der einzelnen Person und gehen für Kolleginnen und Kollegen verloren.

Danach hast du einen wiederverwendbaren Prompt gesichert und die wichtigsten Datenschutz-Einstellungen deines Tools kontrolliert.

Prompt-Schema zum Ausfüllen

Nutze dieses Grundgerüst als Vorlage für eigene Prompts – einfach kopieren und die Platzhalter ausfüllen:

Rolle: [Welche Rolle soll die KI einnehmen?]
Ziel: [Was soll am Ende herauskommen?]
Kontext: [Branche, Zielgruppe, Anlass]
Format: [Fließtext, Liste, Tabelle, E-Mail – plus Länge]
Ton: [förmlich, locker, technisch, erklärend ...]

Merkhilfe für die fünf Bausteine: RZKFT (Rolle, Ziel, Kontext, Format, Ton).

Ergebnis

Mit diesen sieben Schritten formulierst du Prompts, die beim ersten oder zweiten Anlauf brauchbare Ergebnisse liefern, statt drei- oder viermal komplett neu geschrieben zu werden – und du hast dabei im Blick, dass keine echten personenbezogenen Daten ungeprüft in ein KI-Tool wandern.

Beispiel: Ein Steuerberatungsbüro nutzt Microsoft 365 Copilot, um Mandanten-Rundmails zu formulieren. Mit Rolle (“Du bist Assistenz in einer Steuerkanzlei”), Kontext (Fristende, Zielgruppe Selbstständige), Format (max. 200 Wörter, E-Mail) und Platzhaltern statt echter Mandantendaten steht nach zwei kurzen Nachsteuerungs-Runden eine versandfertige Vorlage.

Vorher/Nachher: Der Unterschied in der Praxis

Schlechter Prompt: “Schreib eine Kundenmail.”

Guter Prompt (nach dem RZKFT-Schema): “Du bist Kundenservice-Mitarbeiter eines Handwerksbetriebs. Ziel: Informiere einen Bestandskunden über eine Terminverschiebung um zwei Tage. Kontext: Grund ist ein Lieferengpass, der Kunde hat bereits einmal nachgefragt. Format: E-Mail, max. 100 Wörter. Ton: freundlich, entschuldigend, aber professionell.”

Ergebnis: Der zweite Prompt liefert im ersten Versuch eine versandfertige E-Mail mit passendem Ton und korrekter Länge – der erste Prompt braucht meist zwei bis drei Nachbesserungsrunden, bis Inhalt und Ton passen.

Checkliste: Guter Prompt in 60 Sekunden geprüft

  • Rolle für die KI klar benannt
  • Konkretes Ziel des Prompts formuliert
  • Branche, Zielgruppe und Anlass als Kontext ergänzt
  • Format vorgegeben (Fließtext, Liste, Tabelle, E-Mail)
  • Ungefähre Länge angegeben
  • Ton und Stil beschrieben
  • Keine echten Kunden- oder Mitarbeiterdaten im Text, nur Platzhalter
  • Erste Antwort mindestens einmal gezielt nachgesteuert
  • Funktionierender Prompt gespeichert oder im Team geteilt
  • AVV- und Trainingsdaten-Einstellung des Tools einmalig geprüft

Häufige Fehler

Zu vage Anweisungen. “Schreib was zu Thema X” ohne Rolle, Ziel oder Format lässt der KI zu viel Interpretationsspielraum und führt zu generischen Ergebnissen.

Echte Daten unverändert einfügen. Personenbezogene Daten wie Namen, Adressen oder Vertragsnummern gehören durch Platzhalter ersetzt, solange nicht klar ist, dass ein AVV mit dem Anbieter besteht und die konkrete Nutzung dafür freigegeben ist.

Nach einer Antwort aufgeben. Viele brechen nach der ersten unpassenden Antwort ab, statt mit kurzem, konkretem Feedback nachzusteuern.

Kein einheitliches Format im Team. Ohne geteilte Prompt-Vorlagen erfindet jede Kollegin ihren eigenen Ansatz neu – das kostet Zeit und streut die Qualität der Ergebnisse.

Ergebnis ungeprüft übernehmen. KI-Antworten sind ein Entwurf, kein fertiges Dokument – Fakten, Zahlen und Namen gehören vor dem Versand immer gegengelesen.

Und danach? Spezialisierte Anwendungsfälle

Diese Grundstruktur lässt sich auf viele wiederkehrende Aufgaben übertragen – etwa Kundenmails, Angebote, Stellenanzeigen, Social-Media-Texte oder Besprechungsprotokolle. Vertiefende Anleitungen zu einzelnen Anwendungsfällen sind für die Serie geplant.

Welches KI-Tool sich für deinen konkreten Anwendungsfall eignet, zeigt unser Tool-Vergleich mit DSGVO-Bewertung für jedes getestete Tool.

Häufige Fragen

Muss ich programmieren können, um gute Prompts zu schreiben? Nein. Gute Prompts sind klar formulierte natürliche Sprache – Rolle, Ziel, Kontext, Format und Ton reichen als Grundgerüst, ganz ohne Code oder technisches Vorwissen.

Wie lang sollte ein guter Prompt sein? Es gibt keine feste Wortzahl. Ein Prompt mit Rolle, Ziel, Kontext und Format-Vorgabe umfasst oft 3–6 Sätze; wichtiger als die Länge ist, dass alle relevanten Angaben enthalten sind.

Kann ich fertige Prompts im Team teilen? Ja, viele Teams legen ein gemeinsames Dokument oder eine Prompt-Bibliothek nach Anwendungsfall an (z. B. Kundenmails, Angebote, Social-Media-Texte) – das spart allen Kolleginnen und Kollegen Zeit und sorgt für einen einheitlichen Ton nach außen.

Darf ich Kunden- oder Mitarbeiterdaten in einen Prompt schreiben? Nur mit Vorsicht: Ersetze echte Namen und Vertragsdetails durch Platzhalter, solange nicht geklärt ist, ob ein AVV mit dem Anbieter besteht und die Datennutzung für diesen Zweck freigegeben ist.

Was mache ich, wenn die Antwort nicht zum Ton meines Unternehmens passt? Gib im nächsten Prompt konkretes Feedback zum Ton (“förmlicher”, “weniger werblich”) statt den gesamten Prompt neu zu schreiben – die KI passt die Antwort in der Regel in ein bis zwei Runden an.

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