Amplitude
Product-Analytics-Plattform mit KI-Agenten für Funnel- und Retention-Analysen, US-Hosting.
Amplitude analysiert Nutzerverhalten in Apps/Websites per Funnel- und Retention-Reports, inkl. KI-Agenten. DSGVO-Score 4,0/10 — DPF/SCCs vorhanden, aber AVV nur für zahlende Kunden, KI-Trainingsrichtlinie und Aufbewahrungsfristen unklar. Gut für Product-Teams, weniger für sensible Datenkategorien.
Was ist Amplitude?
Amplitude ist eine Product-Analytics-Plattform, die Nutzerverhalten in Apps und Websites über Funnels, Retention und Session Replay auswertet. KI-Agenten und eine MCP-Anbindung ermöglichen Abfragen in natürlicher Sprache statt SQL.
✅ Stärken
- · Großzügiger Free-Plan bis 2 Mio. Events ohne Kreditkarte
- · DSAR-API und Self-Service-Löschung dokumentiert
- · DPF und SCCs als Rechtsgrundlage für US-Transfer
- · KI-Agenten für Analysen ohne SQL-Kenntnisse
⚠️ Schwächen
- · AVV nur für zahlende Vertragskunden, kein Self-Service für Free-Plan (Stand: 2026-07)
- · Keine explizite KI-Trainingsrichtlinie für Kundendaten dokumentiert (Stand: 2026-07)
- · Aufbewahrungsfristen vage formuliert, ungeprüfte konkrete Fristen (Stand: 2026-07)
- · Sub-Auftragsverarbeiter-Liste nicht öffentlich (Stand: 2026-07)
Amplitude Test 2026: Product Analytics mit KI-Agenten im DSGVO-Check
Amplitude ist eine Product-Analytics-Plattform: Sie zeigt, wie Nutzer eine App oder Website tatsächlich verwenden — über Funnels, Retention-Analysen und Session Replay. Neu sind KI-Agenten und eine MCP-Anbindung (Model Context Protocol), mit denen sich Auswertungen per natürlicher Sprache abfragen lassen, statt SQL schreiben zu müssen. Zielgruppe sind Product- und Growth-Teams, die Nutzerverhalten datenbasiert optimieren wollen.
Dieser Test basiert auf der Analyse öffentlich verfügbarer Datenschutzdokumente, der Preisseite und verfügbarer DPA-Dokumentation (Stand: 2026-07).
Warum nutzen Product-Teams Amplitude?
Ohne Analytics-Tool landen Fragen wie "Wo brechen Nutzer im Onboarding ab?" meist bei der Entwicklung — mit Wartezeit auf SQL-Abfragen. Amplitude macht Funnel- und Retention-Analysen self-service für Product Manager und Marketer, ohne Entwicklungsteam. Die KI-Agenten-Funktion senkt die Einstiegshürde zusätzlich, weil Fragen in natürlicher Sprache statt in Abfragesprache gestellt werden können.
Wie gut funktioniert Amplitude in der Praxis?
Die Funnel-Analyse ist der Kern des Produkts: Abbruchpunkte in mehrstufigen Prozessen (z. B. Registrierung → Onboarding → erste Aktion) lassen sich ohne SQL visualisieren. Session Replay ergänzt das um konkrete Nutzeraufnahmen am jeweiligen Abbruchpunkt. Wie präzise die KI-Agenten im Vergleich zu manueller Analyse liefern, ist mangels unabhängiger Tests nicht überprüfbar (Stand: 2026-07) — das bleibt eine Analyse auf Basis der Anbieter-Dokumentation, kein eigener Funktionstest.
Workflow-Beispiel: Ein Onboarding-Abbruch, bisher über manuelle SQL-Abfragen und Rücksprache mit der Entwicklung analysiert (mehrere Tage Wartezeit) → mit Amplitudes Self-Service-Funnel-Report direkt im Dashboard sichtbar, ohne Code → Ergebnis in Minuten statt Tagen, ohne Entwicklerressourcen zu binden.
Für wen ist Amplitude geeignet?
Product- und Growth-Teams in SaaS- oder App-Unternehmen profitieren am meisten — etwa um zu verstehen, warum eine neue Feature-Version schlechter konvertiert als die alte. Auch kleinere Teams ohne eigenes Data-Team können mit dem Free-Plan bis 2 Millionen Events im Monat einsteigen, ohne Kreditkarte. Für reines Marketing-Reporting (Kampagnen-ROI, Ad-Attribution) ist Amplitude kein Ersatz für dedizierte Marketing-Analytics-Tools — der Fokus liegt auf Produktnutzung, nicht auf Kampagnenperformance.
Preise & Pläne
Stand: 2026-07.
- Free: 0 $/Monat, bis 2 Mio. Events, unbegrenzte Nutzerzahl, keine Kreditkarte. Enthält AI Agents, MCP, Session Replay und Experimentation.
- Plus: Ab 0 $ für die ersten 2 Mio. Events, danach nutzungsbasiert bis 70 Mio. Events, Kreditkarte erforderlich. Zusätzlich Heatmaps, Alerts, 1.000 aktive "AI Visibility Prompts".
- Growth: Individualpreise nur über Vertriebskontakt. Zusätzlich erweiterte Behavioral-Exploration und Währungsumrechnung.
Konkrete Preise oberhalb der kostenlosen Kontingente sind nicht öffentlich als Tabelle dokumentiert — die Abrechnung ab Plus ist nutzungsbasiert und individuell verhandelt.
Wann lohnt sich Amplitude?
| Free reicht für | Plus/Growth lohnt sich für |
|---|---|
| Frühphasen-Produkte unter 2 Mio. Events/Monat | Teams mit wachsendem Traffic über 2 Mio. Events |
| Einzelne Product Manager zum Testen von Funnels | Bedarf an Heatmaps und automatisierten Alerts |
| Teams ohne Budget für laufende SaaS-Kosten | Compliance-Anforderungen an Custom-Verträge (Growth) |
| Erste Retention-/Funnel-Analysen ohne Risiko | Event-Volumen über 70 Mio./Monat (Growth) |
Empfehlung für kleine Product-Teams: Der Free-Plan (0 $) ist für die meisten Einzel-Teams unter 2 Mio. Events der richtige Einstieg. Plus lohnt sich bei wachsendem Event-Volumen oder Bedarf an Heatmaps/Alerts; Growth erst bei Event-Mengen und Compliance-Anforderungen, die einen individuellen Vertrag rechtfertigen.
DSGVO & Datenschutz
Was dokumentiert ist
Amplitude bietet ein AVV (Data Processing Addendum) für zahlende Vertragskunden an — laut Dokumentation fester Bestandteil der Main Service Agreement ("this DPA is incorporated into and forms part of the Main Service Agreement"), nicht separat zu verhandeln. Für die Übermittlung von Daten aus UK/EU/EEA in die USA verweist Amplitude auf das EU-U.S. Data Privacy Framework inklusive UK-Extension sowie auf Standardvertragsklauseln (Stand 2021). Eine Time-to-Live-Funktion (TTL), Self-Service-Datenlöschung und eine API für Betroffenenanfragen (DSAR) sind als Funktionen dokumentiert.
Was fehlt oder unklar ist
Ob das DPA auch ohne separaten Vertragsabschluss für Free-Plan-Nutzer gilt, ist nicht dokumentiert — die Formulierung "Main Service Agreement" deutet auf eine Bindung an zahlende Verträge hin. Eine explizite Zusage, dass Kundendaten nicht zum KI-Training generativer Modelle genutzt werden, fehlt; die einzige gefundene Aussage bezieht sich nur auf die "AI Analytics Platform", nicht auf eine generelle Trainingsrichtlinie. Die Aufbewahrungsfristen sind vage formuliert ("not kept longer than is necessary"), ohne Tages- oder Monatsangabe — das Amplitude Help Center wurde im Rahmen dieser Recherche nicht auf konkretere Fristen geprüft, weshalb hier konservativ bewertet wird. Eine öffentliche Sub-Auftragsverarbeiter-Liste, Angaben zu Verschlüsselung, 2FA sowie ein benannter Datenschutzbeauftragter waren nicht auffindbar. Von den Betroffenenrechten sind nur Zugriff (DSAR-API) und Löschung (Self-Service) belegt.
Wie wir bewerten: Wir prüfen Serverstandort, AVV-Verfügbarkeit, KI-Training und US-Datentransfer. Score 1–10, 10 = vollständig DSGVO-freundlich.
DSGVO-Bewertung: 4,0/10
Warum 4,0/10? ✅ DPF + Standardvertragsklauseln als Rechtsgrundlage dokumentiert ✅ DSAR-API für Zugriffsanfragen vorhanden ✅ Self-Service-Löschmechanismus (TTL) vorhanden ❌ AVV nur für zahlende Vertragskunden, kein Self-Service-AVV für Free-Plan ❌ Keine explizite KI-Trainingsrichtlinie für Kundendaten ❌ Aufbewahrungsfristen vage, keine geprüften konkreten Fristen ❌ Sub-Auftragsverarbeiter-Liste nicht öffentlich
Hauptabzüge entstehen durch die Tarifbindung des AVV an zahlende Verträge, die fehlende KI-Trainingsrichtlinie, ungeprüfte vage Aufbewahrungsfristen und die nicht öffentliche Sub-Prozessor-Liste.
Cloud-Act-Risiko: Risiko 1 (US-Muttergesellschaft) besteht — Amplitude ist ein US-Unternehmen. Risiko 2 (US-Server) besteht ebenfalls, da Daten laut Dokumentation in eine AWS-US-West-Umgebung (Oregon) übertragen werden.
Die genannten Scores sind Risikoeinschätzungen nach unserer Methodik, keine rechtlichen Gutachten. Tarife und Datenschutzbedingungen können sich kurzfristig ändern — vor dem Einsatz aktuelle Bedingungen prüfen.
Alternativen
Mixpanel — ähnlicher Fokus auf Event-basierte Produktanalyse, ebenfalls US-Anbieter mit vergleichbaren Cloud-Act-Fragestellungen. PostHog — zusätzlich mit Self-Hosting-Option für strengere Datenresidenz-Anforderungen, dafür höherer Betriebsaufwand. Matomo — europäische Alternative mit wählbarem Serverstandort, schwächer bei KI-gestützten Analyse-Agenten.
Häufige Fragen
Ist Amplitude aus DSGVO-Sicht für den Einsatz in DACH-Unternehmen geeignet? Amplitude eignet sich für Unternehmen, die mit DPF und Standardvertragsklauseln als Rechtsgrundlage für die Drittlandübermittlung in die USA arbeiten können. Bei sensiblen Datenkategorien lohnt sich vorab eine genauere Prüfung der KI-Trainingsrichtlinie und der AVV-Tarifbindung.
Bietet Amplitude einen AVV? Ja, aber gebunden an zahlende Vertragskunden (Plus/Growth) — ob er auch für den Free-Plan gilt, ist nicht öffentlich bestätigt.
Gibt es einen kostenlosen Plan oder eine Testphase? Amplitude bietet einen dauerhaften Free-Plan bis 2 Millionen Events im Monat ohne Kreditkarte — kein zeitlich begrenzter Trial, sondern ein permanentes Freemium-Angebot.
Werden meine Daten für KI-Training genutzt? Das ist zum Prüfzeitpunkt (Stand: 2026-07) nicht klar dokumentiert — die Privacy Policy äußert sich nur zur "AI Analytics Platform", nicht zu einer generellen Trainingsrichtlinie mit Kundendaten.
Wo stehen die Server? Nutzerdaten aus UK/EU/EEA werden laut Dokumentation in eine AWS-US-West-Umgebung (Oregon) übertragen — eine EU-Datenresidenz-Option ist nicht dokumentiert.
Fazit & Empfehlung
Wähle Amplitude, wenn du Product- oder Growth-Analytics für eine App oder Website brauchst und mit US-Datentransfer über DPF/SCCs leben kannst. Lieber Matomo oder PostHog, wenn EU-Serverstandort oder Self-Hosting ein hartes Kriterium sind.
Amplitude überzeugt mit einem großzügigen Free-Plan und Self-Service-Mechanismen bei Zugriff und Löschung, hinterlässt bei AVV-Tarifbindung, KI-Trainingsrichtlinie und Sub-Prozessor-Transparenz aber offene Fragen. Für Teams ohne Bedenken gegenüber US-Anbietern ist das Tool eine brauchbare, aber nicht überdurchschnittlich transparente Wahl im DSGVO-Vergleich.
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