Dext
Dext digitalisiert Belege und Rechnungen per KI-OCR und synchronisiert sie automatisch mit Xero, QuickBooks & Co.
Dext erfasst Belege per KI mit hoher Extraktionsgenauigkeit und spart laut Anbieter Zeit bei der Buchhaltung. Gut für Freelancer/KMU mit Xero/QuickBooks/Sage, ungeeignet für DATEV-Kanzleien. DSGVO-Score 7,5/10 dank Self-Service-AVV und EU-Primärhosting, Abzüge wegen US-Subprozessoren und nur allgemein dokumentiertem KI-Trainingsausschluss.
Was ist Dext?
Dext ist eine britische Pre-Accounting-Software, die Belege, Rechnungen und Kontoauszüge per KI-OCR erfasst und automatisch an Buchhaltungssoftware wie Xero, QuickBooks oder Sage übergibt. Dokumente werden per App, E-Mail oder Bank-Feed eingereicht, Dext übernimmt Extraktion und Kategorisierung. Zielgruppe sind Freelancer, KMU und Steuerkanzleien.
✅ Stärken
- · Extraktionsgenauigkeit über 99 % laut Anbieter, unter 30 Sek. Verarbeitung pro Beleg
- · Self-Service-AVV inkl. EU-SCCs öffentlich einsehbar, kein Sales-Kontakt nötig
- · KI-Training bei eingesetzten Drittanbieter-KI-Diensten vertraglich ausgeschlossen (generell, nicht anbieterspezifisch)
- · Vollständige öffentliche Sub-Prozessoren-Liste mit Jurisdiktion und SCC-Status
- · Über 30 Anbindungen an Xero, QuickBooks, Sage & Co.
⚠️ Schwächen
- · Keine deutsche Oberfläche gefunden, nur EN-Locale (Stand: 2026-07)
- · Kein DATEV in der öffentlichen Integrationsliste (Stand: 2026-07)
- · Keine EUR-Preisregion, Abrechnung in GBP/USD exkl. USt. (Stand: 2026-07)
- · Betroffenenrechte nur auf Anfrage per E-Mail, kein Self-Service-Portal (Stand: 2026-07)
- · Umfangreiche US-Subprozessoren-Liste erhöht Cloud-Act-Risiko trotz EU-Primärhosting (Stand: 2026-07)
Dext Test 2026: Belege digitalisieren statt manuell buchen?
Dext ist eine britische Pre-Accounting-Software, die Belege, Rechnungen und Kontoauszüge per KI-OCR erfasst und automatisch an Buchhaltungssoftware wie Xero, QuickBooks oder Sage übergibt. Statt Zahlen manuell abzutippen, lädst du Dokumente per App, E-Mail oder Bank-Feed hoch – Dext extrahiert, kategorisiert und synchronisiert den Rest. Der USP: laut Anbieter über 99 % Extraktionsgenauigkeit bei unter 30 Sekunden Verarbeitungszeit pro Beleg.
Dieser Test basiert auf der Analyse öffentlich verfügbarer Datenschutzdokumente, der Preisseite und ggf. verfügbarer AVV-Dokumentation (Stand: 2026-07).
Warum nutzen Freelancer und KMU Dext?
Wer Belege noch per Hand tippt, verliert Zeit, die bei kleinen Teams oft fehlt. Dext übernimmt Erfassung und Kategorisierung automatisch und schickt die Daten direkt an deine Buchhaltungssoftware weiter – kein Wechsel des Haupttools nötig. Steuerkanzleien nutzen die Practice-Pläne, um Mandantendaten laufend statt erst zum Jahresabschluss zu sammeln.
Wie gut funktioniert Dext in der Praxis?
Dext nennt auf seiner Blog-Seite konkrete Zahlen: über 99 % Extraktionsgenauigkeit und unter 30 Sekunden Verarbeitungszeit statt rund 2 Minuten manueller Eingabe; für Kanzleien beziffert Dext die Ersparnis mit bis zu 5,5 Stunden pro Mandant und Monat. Das sind Anbieterangaben, keine unabhängig geprüften Benchmarks.
Workflow-Beispiel: 20 Lieferantenrechnungen/Monat → per App fotografiert → automatische Extraktion inkl. Lieferant, Betrag und Fälligkeitsdatum → direkte Übergabe an Xero statt manueller Abschrift. Bei rund 2 Minuten Zeitersparnis pro Beleg macht das rund 40 Minuten manuelle Eingabe pro Monat, die entfallen.
Für wen ist Dext geeignet?
Am meisten profitieren Freelancer und kleine Teams, die bereits mit Xero, QuickBooks, Sage oder einer der über 30 unterstützten Buchhaltungslösungen arbeiten und regelmäßig Belege sammeln. Steuerkanzleien finden mit den Practice-Plänen (Solo, Essentials, Advanced) ein Modell, das nach Mandantenzahl statt nach Nutzern abrechnet.
Weniger gut passt Dext für Unternehmen, die auf DATEV angewiesen sind – DATEV taucht in der öffentlichen Integrationsliste nicht auf (Stand: 2026-07). In der DACH-Region wird Dext deshalb oft mit Candis verglichen, einem deutschen Anbieter mit nativer DATEV-Anbindung: Für Kanzleien mit festem DATEV-Workflow ist Candis meist naheliegender, für international ausgerichtete KMU mit Xero oder QuickBooks eher Dext.
Preise & Pläne
Stand: 2026-07. Dext hat kein Free/Pro/Business-Staffelmodell, sondern einen nutzungsbasierten Business-Plan plus Add-ons:
- Business-Plan: ab 30 £/Monat (5 Nutzer, 250 Dokumente, GBP, exkl. USt.); jährlich 24,17 £/Monat. US-Region ab 25,21 $/Monat (jährlich). Mehr Nutzer/Dokumente per Schieberegler dazubuchbar.
- Add-ons: z. B. KI-Agent „AI Assist" ab 7,50 £/Monat, Line-Item-Extraction ab 16,50 £/Monat.
- Practice-Pläne: Solo ab 2,50 £, Essentials ab 12 £, Advanced ab 13 £ pro Mandant/Monat, 14 Tage Testphase (Mindestabnahme 5–10 Mandanten).
Für ein Einzelunternehmen mit wenigen Belegen reicht der Basis-Plan meist aus; wer Bankauszüge automatisieren will, braucht Add-ons. Eine dedizierte EUR-Preisregion gibt es nicht – abgerechnet wird in GBP oder USD, exklusive Steuer.
Wann lohnt sich Dext?
| Business-Plan (Freelancer/KMU) | Practice-Pläne (Kanzleien) |
|---|---|
| ✅ Bis 5 Nutzer, überschaubares Belegvolumen | ✅ Laufende Betreuung mehrerer Mandanten |
| ✅ Bereits Xero/QuickBooks/Sage im Einsatz | ✅ Mandanten reichen Belege selbst ein |
| ✅ Belegerfassung soll automatisiert werden | ✅ MTD-for-Income-Tax-Pflichten in UK relevant |
| ❌ DATEV ist gesetzt | ❌ Unter 5 bzw. 10 Mandanten (Mindestabnahme) |
| ❌ EUR-Abrechnung ist Pflicht | ❌ Deutsche Oberfläche wird benötigt |
Empfehlung für Freelancer/KMU: Der Business-Plan (ab 30 £/Monat, 5 Nutzer/250 Dokumente) ist der richtige Einstieg für Selbstständige mit bestehender Xero-, QuickBooks- oder Sage-Anbindung. Wer zusätzlich automatisieren will, braucht Add-ons; Kanzleien mit vielen Mandanten sind in den Practice-Plänen besser aufgehoben.
DSGVO & Datenschutz
Wie wir bewerten: Wir prüfen Serverstandort, AVV-Verfügbarkeit, KI-Training und US-Datentransfer. Score 1–10, 10 = vollständig DSGVO-freundlich.
Was dokumentiert ist
Dext stellt eine self-service AVV samt UK-Addendum und EU-Standardvertragsklauseln öffentlich im Data Processor Agreement bereit – laut Vertragstext automatisch Teil der Vereinbarung bei Nutzung der Produkte, ohne dass ein Antrag gestellt werden muss; eine tarifspezifische Einschränkung nennt das Dokument nicht. Ein Datenschutzbeauftragter ist benannt (dpo@dext.com), und laut Datenschutzerklärung (Stand: 2024-07) schließt Dext generell aus, dass eingesetzte Drittanbieter-KI-Dienste mit Kundendaten trainieren – ohne Nennung einzelner Anbieter. Primärhosting laut Sub-Prozessoren-Liste: AWS Irland (aktiv), Frankfurt (Backup). Technisch dokumentiert: TLS 1.2+, AES-256 at rest, ISO/IEC-27001:2022 (laut Security-Seite, Stand: 2024-08). Kontodaten: laut Datenschutzerklärung 6 Jahre nach Vertragsende gelöscht; Belege laut dext.com-Startseite mindestens zehn Jahre auffindbar.
Was fehlt oder unklar ist
Betroffenenrechte laufen nur per E-Mail an die DPO-Adresse, kein Self-Service-Portal, Reaktion i. d. R. binnen einem Monat. Eine DPF-Zertifizierung ist nicht dokumentiert (Stand: 2026-07). Die Sub-Prozessoren-Liste umfasst zahlreiche US-Dienste (u. a. Stripe, HubSpot, Zendesk) – meist mit SCCs abgesichert, aber ohne EU-only-Infrastruktur.
Dext bietet mit self-service AVV und einem generellen KI-Trainingsausschluss solide Grundlagen, verliert aber Punkte durch fehlende Self-Service-Betroffenenrechte und die breite US-Subprozessoren-Landschaft.
DSGVO-Bewertung: 7,5/10
Warum 7,5/10? ✅ Self-Service-AVV mit EU-SCCs öffentlich einsehbar ✅ Genereller vertraglicher Ausschluss von KI-Training bei Drittanbietern ✅ Vollständige Sub-Prozessoren-Liste mit Jurisdiktion ❌ Keine EU-only-Infrastruktur – zahlreiche US-Subprozessoren ❌ Betroffenenrechte nur auf Anfrage, kein Self-Service-Portal ❌ Kein DPF-Zertifikat dokumentiert ❌ KI-Trainingsausschluss nur allgemein, nicht anbieterspezifisch belegt
Hauptabzüge entstehen durch die fehlende Selbstbedienung bei Betroffenenrechten, die breite US-Subprozessoren-Liste trotz EU-Primärhosting und die nur allgemein (nicht anbieterspezifisch) dokumentierte KI-Trainings-Ausschlussklausel. Beim Cloud Act gilt: Risiko 1 (US-Muttergesellschaft) entfällt, da Dext Software Limited ein britisches Unternehmen ohne US-Mutterkonzern ist; Risiko 2 (US-Subprozessoren) besteht, da mehrere gelistete Dienstleister Daten in den USA verarbeiten, größtenteils über SCCs abgesichert. Die genannten Scores sind Risikoeinschätzungen nach unserer Methodik, keine rechtlichen Gutachten.
Alternativen
Candis – deutscher Anbieter mit nativer DATEV-Anbindung und deutscher UI, aber ohne die breite internationale Buchhaltungssoftware-Anbindung von Dext. Klippa DocHorizon – API-first-Dokumentenextraktion, eher für Entwickler und größere Unternehmen als für Selbstständige. sevDesk (DSGVO-Score 7,0/10, ab 19 €/Monat) – deutsches Komplettpaket aus Rechnungsstellung, Buchhaltung und Belegerfassung statt reiner Vorbereitungssoftware, dafür ohne die OCR-Genauigkeit von Dext.
Häufige Fragen
Eignet sich Dext aus DSGVO-Sicht für deutsche Unternehmen? Dext bietet einen self-service AVV mit EU-SCCs und EU-Primärhosting, verarbeitet aber auch über zahlreiche US-Subprozessoren.
Gibt es ein AVV/DPA bei Dext? Ja, das Data Processor Agreement inkl. UK-Addendum und EU-Standardvertragsklauseln ist öffentlich abrufbar und automatisch Teil der Vereinbarung – unabhängig vom Plan, ohne separaten Antrag.
Gibt es einen kostenlosen Plan oder eine Testphase? Einen dauerhaft kostenlosen Plan gibt es nicht; für die Practice-Pläne ist eine 14-tägige Testphase dokumentiert. Für den Business-Plan zeigt die Preisseite einen Trial-Einstieg, eine genaue Testdauer ist dort aber nicht angegeben.
Unterstützt Dext DATEV? Nein, DATEV taucht in der öffentlichen Liste der über 30 Buchhaltungssoftware-Integrationen (Stand: 2026-07) nicht auf – Dext ist primär auf Xero, QuickBooks und Sage ausgerichtet.
Fazit & Empfehlung
Wähle Dext, wenn du Belege automatisiert erfassen willst und bereits mit Xero, QuickBooks oder Sage arbeitest – Extraktionsgenauigkeit und self-service AVV sind überzeugend dokumentiert. Lieber Candis, wenn DATEV-Anbindung und deutsche Oberfläche Pflicht sind, oder sevDesk für Belegerfassung plus Buchhaltung in einem deutschen Tool.
Dext ist eine solide, gut dokumentierte Lösung für die Belegdigitalisierung mit überdurchschnittlichem DSGVO-Fundament für ein Nicht-EU-Unternehmen – die fehlende DATEV-Anbindung und deutsche Oberfläche bleiben für den DACH-Markt aber echte Einschränkungen.
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