ASCADI
EU-gehostete Multi-LLM-KI-Plattform für deutschen Mittelstand und Kanzleien mit § 203-Fokus und AVV.
ASCADI bündelt GPT-4o, Claude und Gemini unter einem EU-Vertrag für KMU und Berufsgeheimnisträger. DSGVO-Score 6,0/10. Stärken: EU-Firmensitz, AVV inklusive, kein KI-Training laut Anbieter. Schwächen: keine Preistransparenz, fehlende Sub-Prozessoren-Liste, § 203 nur Anbieter-Eigenaussage.
Was ist ASCADI?
ASCADI (Visionary Data GmbH, Bayern) ist eine EU-gehostete KI-Plattform: Multi-LLM-Routing, laut Anbieter über 90 vorkonfigurierte Assistenten-Vorlagen, Knowledge Collections und ein strukturiertes Onboarding-Programm für den deutschen Mittelstand.
✅ Stärken
- · EU-Firmensitz (Bayern) ohne US-Mutterkonzern — klarer europäischer Rechtsrahmen
- · § 203 Abs. 4 StGB-Zusatzvereinbarung für Steuerberater und Anwälte beworben
- · Kein KI-Training mit Nutzerdaten laut Anbieter-Aussage
- · Multi-LLM-Routing (GPT-4o, Claude, Gemini und laut Anbieter weitere Modelle) unter einem Vertrag
- · Strukturiertes Einführungsprogramm senkt Adoptionshürde für Teams ohne IT
⚠️ Schwächen
- · Keine Preistransparenz auf Website — nur Erstgespräch, hohe Setup-Kosten
- · § 203-Vertragstext nicht öffentlich einsehbar — keine unabhängige Verifikation (Stand: 2026-06)
- · Sub-Prozessoren-Liste und Inferenz-Region der US-LLM-Anbieter nicht vollständig dokumentiert (Stand: 2026-06)
- · ISO-27001-Nachweis für Visionary Data GmbH selbst nicht klar belegt (Stand: 2026-06)
- · Sehr wenige unabhängige Erfahrungsberichte verfügbar
ASCADI Test 2026: Multi-LLM-KI für KMU und Kanzleien — was steckt dahinter?
ASCADI von Visionary Data GmbH (Forstern, Bayern) ist eine EU-gehostete KI-Plattform: GPT-4o, Claude, Gemini und laut Anbieter weitere Modelle unter einem Login, dazu über 90 vorkonfigurierte Assistenten für den deutschen Mittelstand. Alleinstellungsmerkmal: eine § 203 StGB-Zusatzvereinbarung für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Anwälte — bei US-Anbietern selten. Dieser Test basiert auf öffentlich verfügbaren Datenschutzdokumenten, Anbieter-Dokumentation und Drittquellen (Stand: 2026-06).
Warum nutzen Kanzleien und KMU ASCADI?
ASCADI bündelt mehrere Sprachmodelle unter einem Unternehmensvertrag mit einheitlichem AVV statt mehrerer KI-Abos. Für Berufsgeheimnisträger zählt vor allem die § 203 Abs. 4 StGB-Zusatzvereinbarung: Sie verpflichtet ASCADI zur Geheimhaltung — bei US-Anbietern ohne EU-Firmensitz schwerer durchsetzbar. Das strukturierte Einführungsprogramm mit Go-Live in rund zwei Wochen senkt die Einstiegshürde für Teams ohne IT-Abteilung.
Wie gut funktioniert ASCADI in der Praxis?
Ohne direkten Testzugang basiert die Bewertung auf Produktdaten und Anbieter-Dokumentation — kein Selbsttest, keine befragten Nutzer.
Multi-LLM-Routing setzt je nach Aufgabe das passende Modell ein: GPT-4o für komplexe Analysen, Gemini für schnelle Recherchen; die Qualität hängt an den integrierten Modellen, nicht an einem eigenen ASCADI-Modell. Knowledge Collections ("Company Brain") erlauben das Hochladen interner Dokumente, sodass Assistenten mit Quellenangaben antworten — praxisrelevant für Kanzleien mit umfangreichem Regelwerk.
Workflow-Beispiel: Eine Steuerkanzlei lädt Mandantenverträge hoch → Assistent fasst sie zusammen → Steuerberater prüft den Output statt 30-seitige PDFs zu lesen. Laut Anbieter-Fallbeispiel: 1–2 Stunden Ersparnis pro Mandant und Monat (keine unabhängige Verifikation).
Für wen ist ASCADI geeignet?
ASCADI passt zum deutschen Mittelstand (10–200 Mitarbeiter) und zu Berufsgeheimnisträgern, die KI-Training-Risiken vertraglich absichern müssen — sofern das Budget die hohen Setup-Gebühren trägt.
Weniger passend für Soloselbstständige: Die Setup-Kosten sind für Einzelnutzer unverhältnismäßig hoch, ChatGPT Plus reicht oft aus. Wer tief in Microsoft 365 arbeitet, findet in Copilot die engere Office-Anbindung, aber ohne § 203-Rahmen. Für echte Mandantendaten gilt: Der § 203-Vertragstext ist nicht öffentlich einsehbar — eine eigene rechtliche Prüfung vor Produktivbetrieb ist zwingend.
Preise & Pläne
ASCADI nennt auf der eigenen Website keine Preise — nur „Erstgespräch". Laut OMR Reviews (Drittportal, Stand: 2026-06):
- Essential: ca. 24 €/Nutzer/Monat
- Business: ca. 26 €/Nutzer/Monat + einmalig 4.900 € Setup
- Premium: ca. 50 €/Nutzer/Monat + einmalig 19.900 € Setup
Auch die beworbene 14-Tage-Testphase stammt nur von OMR Reviews — die Anbieter-Website selbst nennt keine Trial-Option. Alle Angaben beim Anbieter verifizieren; Tarife und Datenschutzbedingungen können sich kurzfristig ändern.
Wann lohnt sich ASCADI?
| ASCADI wählen wenn … | Lieber eine Alternative wenn … |
|---|---|
| Kanzlei/KMU mit § 203-Anforderungen | Soloselbstständige ohne Teamgröße |
| EU-only-Daten und AVV-Pflicht | Bestehende Microsoft-365-Umgebung |
| Strukturiertes Onboarding nötig | Preistransparenz vor Kauf wichtig |
| 10+ Nutzer, Setup-Budget vorhanden | Nur sporadische KI-Nutzung |
Empfehlung für Kanzleien/KMU: Der Business-Plan (ca. 26 €/Nutzer/Monat + 4.900 € Setup) ist der richtige Einstieg für Teams mit AVV-Pflicht und § 203-Anforderungen. Essential reicht ohne strenge Compliance-Anforderungen; Premium lohnt bei größeren Teams mit erweitertem Support-Bedarf.
DSGVO & Datenschutz
Was dokumentiert ist
- EU-Firmensitz: Visionary Data GmbH, Forstern (Bayern) — kein US-Mutterkonzern öffentlich nachweisbar
- Serverstandort: ISO-27001-zertifizierte EU-Rechenzentren laut Anbieter, kein Drittland-Transfer beansprucht (Stand: 2026-06); konkreter Rechenzentrumsanbieter nicht öffentlich dokumentiert
- AVV: Laut Anbieter im bezahlten Tarif inklusive TOMs; keine öffentliche AVV-URL — Abschluss über Trust Center/Onboarding. Ob er bereits im Essential-Tarif ohne Aufpreis gilt, ist zum Prüfzeitpunkt (Stand: 2026-06) nicht dokumentiert
- KI-Training: Laut Anbieter ausgeschlossen — „ASCADI speichert oder verwendet keine Nutzereingaben zur Modellverbesserung" (visionarydata.de/ascadi/sicherheit, Stand: 2026-06); der Vertragstext für eine AVV-seitige Garantie ist nicht öffentlich einsehbar
- § 203 StGB: Als Produktmerkmal beworben — ausschließlich Anbieter-Eigenaussage, kein öffentlicher Vertragstext, keine unabhängige Prüfung dokumentiert. Vor echtem Mandantendaten-Einsatz anfordern und rechtlich prüfen lassen
Was fehlt oder unklar ist
- Cloud Act: Risiko 1 (US-Muttergesellschaft) entfällt — deutsches Unternehmen. Risiko 2 (US-Sub-Prozessoren) besteht: Laut Produktbeschreibung des Anbieters (visionarydata.de/ascadi, Stand: 2026-06) laufen Anfragen über GPT, Claude, Gemini „und weitere Modelle" — belegt sind damit mindestens OpenAI, Anthropic und Google als US-Sub-Prozessoren; welche weiteren Anbieter dahinterstehen, ist nicht öffentlich benannt. US-Zugriffsrisiko besteht auch bei EU-seitiger Datenspeicherung durch ASCADI. Die Inferenz-Region ist nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-06)
- Öffentliche Sub-Prozessoren-Liste: zum Prüfzeitpunkt nicht auffindbar (Stand: 2026-06)
- Konkrete Löschfristen für Nutzerdaten: nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-06)
- ISO-27001-Zertifikat: nur für genutzte Rechenzentren genannt, nicht eindeutig für Visionary Data GmbH selbst belegt — kein Zertifikat-Link, keine Ausstellernummer (Stand: 2026-06)
- Website nutzt US-amerikanische Tracking-Dienste — Widerspruch zur EU-only-Kommunikation
Ein Tool mit EU-Firmensitz, AVV inklusive und einer nur als Anbieter-Aussage dokumentierten No-Training-Politik schneidet besser ab als US-Alternativen ohne diese Merkmale — die fehlende Sub-Prozessoren-Transparenz und unklare Inferenz-Kette dämpfen die Bewertung dennoch spürbar.
Wie wir bewerten: Wir prüfen Serverstandort, AVV-Verfügbarkeit, KI-Training und US-Datentransfer. Score 1–10, 10 = vollständig DSGVO-freundlich.
DSGVO-Bewertung: 6,0/10
Warum 6,0/10? ✅ EU-Firmensitz ohne US-Mutterkonzern ✅ AVV im bezahlten Tarif inklusive ✅ Keine Nutzung von Eingaben fürs Modelltraining laut Anbieter ❌ Sub-Prozessoren-Liste und Inferenz-Region der US-LLM-Anbieter fehlen ❌ AVV-Verfügbarkeit im Einstiegstarif nicht dokumentiert ❌ § 203-Vertragstext nicht öffentlich prüfbar ❌ ISO-27001-Nachweis für Visionary Data GmbH selbst unklar
Hauptabzüge entstehen durch die nur als Anbieter-Aussage dokumentierte, vertraglich nicht verifizierbare Trainings-Politik, die fehlende Sub-Prozessoren-Liste und die nicht dokumentierte Inferenz-Region der US-LLM-Anbieter.
ASCADI vs. Microsoft Copilot for Microsoft 365
ASCADI wird im Mittelstand oft mit Copilot 365 verglichen. Copilot bietet tiefere Office-Integration, ist aber US-basiert, ohne § 203-Vereinbarung und mit Cloud-Act-Risiko durch Microsoft als US-Mutterkonzern. ASCADI liefert den klareren europäischen Rechtsrahmen und Modell-Flexibilität, aber weniger Erfahrungsberichte und keine native Bürosoftware-Integration.
Alternativen
- Microsoft Copilot for Microsoft 365 — tiefe Office-Integration, starke KI-Qualität, US-basiert ohne § 203-Fokus; sinnvoll bei bestehenden M365-Lizenzen
- Langdock — EU-basiertes Multi-LLM-Tool, transparentere Preisseite, DSGVO-orientiert; aktuelle Konditionen beim Anbieter prüfen (Stand: 2026-06)
- On-Premise-Lösungen — für Kanzleien mit maximalen Datenschutzanforderungen und eigener IT; höherer Betriebsaufwand, volle Datenkontrolle
Häufige Fragen
(Die Scores in diesem Artikel sind Risikoeinschätzungen nach unserer Methodik, keine rechtlichen Gutachten.)
Ist ASCADI für Steuerberater und Anwälte geeignet? Die beworbene § 203-Vereinbarung ist das passende Instrument für Berufsgeheimnisträger — da der Vertragstext nicht öffentlich einsehbar ist, vor Mandantendaten-Einsatz anfordern und rechtlich prüfen.
Gibt es einen AVV bei ASCADI? Laut Anbieter ja, im bezahlten Tarif inklusive — Abschluss über Trust Center/Onboarding, keine öffentliche URL. Ob er im Einstiegstarif ohne Aufpreis gilt, ist zum Prüfzeitpunkt (Stand: 2026-06) nicht dokumentiert.
Eignet sich ASCADI für die Verarbeitung sensibler Unternehmensdaten? Für nicht-hochsensible Daten ja, mit vertraglich verankertem AVV/TOMs; für Mandantendaten schützt die § 203-Vereinbarung, aber erst nach Prüfung des Vertragstexts.
Gibt es ein kostenloses Angebot oder eine Testphase? Ein dauerhafter Free-Plan existiert nicht. Laut OMR Reviews (Drittportal, Stand: 2026-06) gibt es einen 14-Tage-Test — die Anbieter-Website selbst nennt keine Testphase.
Welche KI-Modelle stecken in ASCADI? Laut Anbieter GPT-4o (OpenAI), Claude (Anthropic), Gemini (Google) „und weitere Modelle" über deren Enterprise-APIs — welche zusätzlichen Anbieter das sind, ist nicht öffentlich benannt. Die genaue Inferenz-Region ist ebenfalls nicht dokumentiert (Stand: 2026-06) — Cloud-Act-Risiko durch diese US-Sub-Prozessoren besteht.
Fazit & Empfehlung
Wähle ASCADI wenn: Deine Kanzlei oder dein Unternehmen mit 10+ Mitarbeitern einen Multi-LLM-Zugang unter einem EU-Vertrag braucht, § 203-Anforderungen gelten und ein strukturiertes Onboarding gewünscht ist. Lieber Microsoft Copilot wenn: Dein Team in Microsoft 365 arbeitet und US-Hosting akzeptabel ist.
ASCADI füllt eine echte Lücke im DACH-Markt: eine Multi-LLM-Plattform mit deutschem Firmensitz und § 203-Vertragsstruktur ist selten. Fehlende Preistransparenz, unklare Inferenz-Kette und reine Anbieter-Eigenaussagen beim § 203-Nachweis erfordern dennoch eine eigene rechtliche und technische Prüfung vor dem Produktiveinsatz.
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