Universeller KI-Assistent
anymize
anymize pseudonymisiert Dokumente automatisch, bevor sie an ChatGPT, Claude oder Gemini gehen — für Kanzleien, Praxen und Steuerberater.
anymize pseudonymisiert Mandanten- und Patientendaten vor dem Versand an KI-Modelle. DSGVO-Score 7,0/10. Für Berufsgeheimnisträger mit KI-Nutzung sinnvoll, für unkritische Texte meist unnötig.
Was ist anymize?
anymize ist eine deutsche Vorschalt-Lösung, die personenbezogene Daten in Dokumenten und Prompts automatisch pseudonymisiert, bevor sie an ChatGPT, Claude, Gemini oder Mistral gesendet werden. Zielgruppe sind Kanzleien, Steuerberatungen, Arztpraxen und Notariate mit Berufsgeheimnis-Bindung.
✅ Stärken
- AVV automatisch ab Starter-Plan aktiv, kein Sales-Kontakt nötig
- Deutsches Unternehmen mit Hosting in Deutschland (Hetzner)
- Konkrete Löschfristen für Logs und Workspace-Daten dokumentiert
- Admin-Policies erzwingen Pseudonymisierung teamweit statt auf Zuruf
- AVV adressiert § 203 StGB-Sonderfälle für Berufsgeheimnisträger
⚠️ Schwächen
- Trainingsrichtlinie der angebundenen KI-Anbieter nicht abschließend belegbar (Stand: 2026-09)
- TLS-Version und 2FA nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-09)
- Keine dokumentierten Zertifizierungen wie ISO 27001 oder SOC 2 (Stand: 2026-09)
- Betroffenenrechte-Prozess nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-09)
- Bild-Uploads lassen sich laut Anbieter nicht zuverlässig unkenntlich machen (Stand: 2026-09)
anymize Test 2026: Pseudonymisierung vor ChatGPT für Berufsgeheimnisträger?
anymize ist eine deutsche Vorschalt-Lösung, die Dokumente und Chat-Prompts automatisch pseudonymisiert, bevor sie an ChatGPT, Claude, Gemini oder Mistral weitergeleitet werden. Zielgruppe sind Kanzleien, Steuerberatungen, Arztpraxen und Notariate, die mit KI arbeiten wollen, aber an Berufsgeheimnisse (§ 203 StGB) und den Schutz personenbezogener Daten gebunden sind. Der Anbieter sitzt in Kiel, gehostet wird nach eigenen Angaben in Deutschland.
Dieser Test basiert auf der Analyse öffentlich verfügbarer Datenschutzdokumente, der Preisseite und ggf. verfügbarer AVV-Dokumentation (Stand: 2026-09).
Warum nutzen Kanzleien und Praxen anymize?
Wer ein Mandantenschreiben oder eine Patientenakte in ChatGPT einfügen will, muss Namen, Adressen und Aktenzeichen bisher von Hand schwärzen — oder riskiert, geschützte Daten ungeschützt an einen US-Anbieter zu senden. anymize automatisiert diesen Schritt: Das Dokument wird vor dem Versand geprüft, sensible Stellen werden durch Platzhalter ersetzt, die Antwort kommt mit Platzhaltern zurück und wird wieder mit den Originaldaten zusammengeführt. Die Zuordnung hält anymize laut Technologie-Seite als Hash-Zuordnung auf Servern in Deutschland (Stand: 2026-09). Rechtlich ist das Pseudonymisierung, keine Anonymisierung: Die Daten bleiben personenbezogen, weil sie sich wieder zuordnen lassen. Admins erzwingen die Regeln teamweit über Policies, sodass Mitarbeitende sie nicht versehentlich umgehen.
Wie gut funktioniert anymize in der Praxis?
Der Anbieter nennt in seinen AGB (§ 3.1) eine Zielerkennungsrate von über 95 % bei der automatischen Erkennung personenbezogener Daten — eine Eigenangabe, keine unabhängig geprüfte Kennzahl. Mangels öffentlicher Benchmarks ist die tatsächliche Erkennungsgenauigkeit nicht überprüfbar (Stand: 2026-09). Bei Bild-Uploads räumt der Anbieter selbst eine Grenze ein: Laut eigener Trust-Seite lassen sich Bilder nicht zuverlässig unkenntlich machen, Policy 04 beschränkt die Verarbeitung dann auf interne oder EU-Modelle.
Zur Einordnung ein hypothetischer Soll-Ablauf, kein eigener Test: Enthält ein anwaltliches Schreiben etwa 12 Mandantennamen, 3 Adressen und 2 Aktenzeichen, soll anymize sie erkennen und durch Hash-Platzhalter ersetzen → das Sprachmodell erhält den pseudonymisierten Text → die Antwort wird mit den Originaldaten zusammengeführt. Weil die angegebene Erkennungsrate unter 100 % liegt, gehört eine Kontrolle der Platzhalter dazu; übersehene Namen oder aussagekräftiger Kontext können Personen trotzdem erkennbar machen. Wie viel Schwärzungsarbeit das spart, haben wir nicht gemessen.
Für wen ist anymize geeignet?
Steuerberatungen und Kanzleien, die GPT oder Claude für Recherche und Entwürfe nutzen, aber Mandantendaten nicht ungeschützt an US-Anbieter senden dürfen, bekommen mit anymize eine naheliegende Zwischenschicht. Arztpraxen und Psychotherapeut:innen profitieren beim Zusammenfassen von Patientenunterlagen ebenso, sollten aber die Grenzen bei Bild- und Scan-Uploads einkalkulieren.
Preise & Pläne
Die Individual-Pläne reichen von Starter (20 € pro Monat, pauschal, Stand 2026-09, inkl. 19 % dt. USt., 450.000 Credits/Monat, rund 600 pseudonymisierte Seiten) über Professional (49 €/Monat, 1.125.000 Credits, API-Zugang) bis Plus (129 €/Monat, 3.750.000 Credits). Für Teams gibt es zusätzlich Team Starter (99 €/Monat) und Team Business (249 €/Monat). Eine 14-tägige Testphase ist verfügbar, zusätzliche Credits lassen sich ab 0,05 €/1.000 nachkaufen (Stand: 2026-09, laut Preisseite).
Wann lohnt sich anymize?
| Lohnt sich | Lohnt sich (noch) nicht |
|---|---|
| Kanzlei will ChatGPT/Claude für Mandantendaten nutzen | Reine Marketingtexte ohne Personenbezug |
| Praxis braucht zentrale Pseudonymisierungs-Policy fürs Team | Einzelperson mit sehr geringem Dokumentenvolumen |
| API-Anbindung an bestehende Dokumentenprozesse gewünscht | Bilddokumente stehen im Zentrum des Workflows |
| Mehrere Berufsgruppen mit § 203 StGB-Bindung im Team | Budget für eine zusätzliche Compliance-Schicht fehlt |
Empfehlung für Kanzleien und Praxen: Der Starter-Plan (20 € pro Monat, pauschal) ist für Einzelpersonen mit gelegentlicher Mandanten- oder Patientenkorrespondenz der richtige Einstieg — inklusive automatischer AVV-Geltung und rund 600 pseudonymisierten Seiten im Monat. Für Teams mit zentraler Policy-Steuerung oder API-Anbindung lohnt sich ab dem Professional- bzw. Team-Plan der Umstieg.
DSGVO & Datenschutz
Wie wir bewerten: Wir prüfen Serverstandort, AVV-Verfügbarkeit, KI-Training und US-Datentransfer. Score 1–10, 10 = vollständig DSGVO-freundlich.
DSGVO-Bewertung: 7,0/10
Warum 7,0/10? ✅ AVV automatisch ab Starter-Plan aktiv ✅ EU-Firmensitz und Hosting in Deutschland (Hetzner) ✅ Löschfristen für Logs und Workspace-Daten dokumentiert ❌ Trainingsrichtlinie der angebundenen KI-Anbieter nicht abschließend belegbar ❌ US-Subprozessoren (OpenAI, Anthropic, Google) trotz Absicherung ❌ Technische Sicherheitsangaben (TLS, 2FA, Zertifizierungen) fehlen ❌ Betroffenenrechte-Prozess nicht öffentlich dokumentiert
Hauptabzüge entstehen durch die nicht abschließend belegbare KI-Trainingsrichtlinie der angebundenen Modelle sowie fehlende technische Sicherheitsangaben. Für Kanzleien und Praxen senkt anymize das Risiko, ersetzt aber keine eigene Prüfung: Vor dem produktiven Einsatz mit Mandanten- oder Patientendaten sollten Rechtsgrundlage (bei Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO), die Anforderungen aus § 203 StGB, die Kette der angebundenen Modellanbieter, Auftragsverarbeitungsvertrag samt Verschwiegenheitsvereinbarung, eine mögliche DSFA und die Zugriffsrechte dokumentiert geprüft sein. Die Policy-Konfiguration ist dabei eine Schutzmaßnahme unter mehreren.
Was dokumentiert ist
anymize GmbH sitzt in Kiel (HRB 29239 KI), Hosting laut Datenschutzerklärung und llms.txt auf Servern in Deutschland (Hetzner), verschlüsselte Backups zusätzlich in Deutschland/Frankreich (Stand: 2026-09). Ein Datenschutzbeauftragter ist benannt (Stand: 2026-09). Der AVV (Version 1.5, Stand 14.09.2026) tritt automatisch mit AGB-Annahme in Kraft, ist als PDF ohne Anfrage abrufbar und deckt § 203 StGB-Sonderregelungen samt Verschwiegenheitsvereinbarung ab (Stand: 2026-09). Löschfristen sind konkret benannt: Logfiles 30 Tage, Workspace-Daten wählbar zwischen sofort und unbegrenzt (Stand: 2026-09). Der USA-Datentransfer ist über Standardvertragsklauseln und, soweit zertifiziert, das EU-US Data Privacy Framework abgesichert (Stand: 2026-09).
Was fehlt oder unklar ist
Ob die angebundenen KI-Anbieter (OpenAI, Anthropic, Google, Mistral) grundsätzlich nicht mit Nutzereingaben trainieren, stammt nur aus einem nicht vollständig verifizierbaren Snippet der Datenschutzerklärung (Stand: 2026-09). TLS-Version, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Zertifizierungen wie ISO 27001, SOC 2 oder BSI C5 sind nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-09). Der vollständige Betroffenenrechte-Prozess (Auskunft, Löschung, Widerspruch) fehlt in den geprüften Abschnitten der Datenschutzerklärung (Stand: 2026-09). Die genaue URL der Sub-Auftragsverarbeiter-Liste ist nicht auffindbar (Stand: 2026-09).
Besondere Datenkategorien & Einwilligung
Bei Patientenakten tauchen Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO im Dokumentenfluss auf; auch pseudonymisiert bleiben sie besonders geschützte Daten. Ob eine DSFA nötig ist, hängt von Umfang und Risiko im Einzelfall ab.
Die genannten Scores sind Risikoeinschätzungen nach unserer Methodik, keine rechtlichen Gutachten. Risiko 1 (US-Muttergesellschaft): entfällt, anymize ist ein deutsches Unternehmen. Risiko 2 (US-Subprozessoren): besteht weiterhin, da OpenAI, Anthropic und Google als optionale Modelle in den USA sitzen — abgesichert über SCCs und teilweise DPF. Tarife und Datenschutzbedingungen können sich kurzfristig ändern — vor dem Einsatz aktuelle Bedingungen prüfen.
Alternativen
Wer auf die Pseudonymisierungsschicht verzichtet und direkt mit einem Sprachmodell arbeitet, trägt die Schwärzung sensibler Daten selbst.
| Tool | Geeignet für |
|---|---|
| Claude (Anthropic) | Nutzer ohne Berufsgeheimnis-Bindung, starke Textqualität ohne Zwischenschicht |
| ChatGPT Plus | Allgemeine Textarbeit ohne Mandantendaten, breite Modellauswahl |
Claude liegt bei einem DSGVO-Score von 6,0/10 (ab 20 €/Monat), ChatGPT Plus bei 5,0/10 (ab 20 €/Monat), beide ohne Pseudonymisierungsschicht.
Häufige Fragen
Für welche Einsatzfälle eignet sich anymize aus DSGVO-Sicht? Für Berufsgeheimnisträger, die Mandanten- oder Patientendaten vor dem Versand an ChatGPT, Claude oder Gemini automatisch pseudonymisieren wollen. Die Pseudonymisierung senkt das Risiko, ersetzt aber nicht die eigene Prüfung von Rechtsgrundlage, Berufsgeheimnis und DSFA.
Gibt es einen AVV für anymize? Ja, der AVV tritt automatisch mit der AGB-Annahme in Kraft und steht als PDF zum Download bereit — unabhängig vom gewählten Tarif (Stand: 2026-09).
Gibt es eine kostenlose Testphase? Ja, anymize bietet eine 14-tägige Testphase. Einen dauerhaften Gratis-Plan gibt es nicht.
Trainieren die angebundenen KI-Modelle mit meinen Daten? Das ist zum Prüfzeitpunkt nicht abschließend belegbar — einzige Quelle ist ein nicht vollständig verifizierbares Snippet der Datenschutzerklärung (Stand: 2026-09).
Fazit & Empfehlung
Wähle anymize wenn: du als Kanzlei oder Praxis regelmäßig Mandanten- oder Patientendaten mit ChatGPT oder Claude verarbeiten willst und eine automatische Pseudonymisierungsschicht statt manueller Schwärzung suchst. Lieber Claude oder ChatGPT direkt wenn: du überwiegend unkritische Texte ohne Personenbezug erstellst und keine zusätzliche Compliance-Schicht brauchst.
anymize deckt mit automatischem AVV, deutschem Hosting und dokumentierten Löschfristen die Grundlagen solide ab, lässt aber bei der Trainingsrichtlinie der angebundenen Modelle und der technischen Sicherheitsdokumentation offene Fragen. Für Berufsgeheimnisträger mit echtem Bedarf an einer Pseudonymisierungsschicht ist es aktuell einer der wenigen spezialisierten DACH-Anbieter in diesem Feld.
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