Recht, Steuern & Dokumente
Clara
KI-Agent für Steuerkanzleien: automatisiert E-Mails und DATEV-DMS-Ablage, EU-Hosting, AVV in allen Plänen.
Clara automatisiert E-Mail-Bearbeitung und DATEV-Ablage für Steuerkanzleien. Gut für Kanzleien mit aktiver DATEV-Nutzung, weniger für Kanzleien ohne DATEV. DSGVO-Score 8,0/10.
Was ist Clara?
Clara ist ein KI-Agent der Intoconvo GmbH, der Outlook-Postfach und DATEV-DMS von Steuerkanzleien automatisiert: E-Mail-Sortierung, Antwortentwürfe, Dokumentenablage.
✅ Stärken
- Zero Data Retention: kein KI-Training mit Mandantendaten vertraglich zugesichert
- AVV Bestandteil aller Pläne, nicht nur Enterprise
- EU-Firmensitz und EU-Server (Frankfurt, Google Cloud/AWS EMEA)
- Offizielle DATEV-Anbindung über zertifizierten Partner Riecken Webservice
- 14 Tage kostenlose Testphase ohne Zahlungsdaten
⚠️ Schwächen
- Eigene ISO-27001-Zertifizierung erst für 2027 geplant, aktuell nicht vorhanden (Stand: 2026-09)
- Kein Self-Service-Portal für Betroffenenrechte (Stand: 2026-09)
- US-Mutterkonzerne bei Subprozessoren PostHog und Cloudflare — Cloud-Act-Restrisiko (Stand: 2026-09)
- EU-KI-VO-Risikoklasse nicht öffentlich eingeordnet (Stand: 2026-09)
- Kein Fixpreis für Kanzleilösung ab 10 Mitarbeitenden dokumentiert (Stand: 2026-09)
Clara Test 2026: KI-Agent für Steuerkanzleien mit DATEV-Anbindung
Clara ist ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierender Agent der Intoconvo GmbH (Potsdam), der im Hintergrund von Outlook-Postfach und DATEV-DMS (Dokumentenmanagementsystem) arbeitet und Steuerkanzleien Routineaufgaben abnimmt: E-Mails sortieren, Antwortentwürfe im Kanzleistil schreiben, Dokumente ablegen. Das Alleinstellungsmerkmal (USP) gegenüber generischen KI-Tools wie ChatGPT: Clara kennt die Kanzleistruktur, Mandanten und Fristen, statt isoliert auf Prompts zu reagieren. Zielgruppe sind Steuerkanzleien mit bestehender Outlook- und DATEV-Umgebung, die ohne Systemwechsel automatisieren wollen.
Dieser Test basiert auf der Analyse öffentlich verfügbarer Datenschutzdokumente, der Preisseite und ggf. verfügbarer AVV-Dokumentation (Stand: 2026-09).
Warum nutzen Steuerkanzleien Clara?
Der Effizienzgewinn liegt in der Vorsortierung: Clara filtert Newsletter und System-Mails automatisch aus, erkennt Fristen und bereitet Antwortentwürfe sowie DMS-Ablage vor, sodass Mitarbeitende primär freigeben statt selbst formulieren — sie kalibriert sich dabei laut Anbieter an bestehenden Postfach-Ordnern (Details zum KI-Training im DSGVO-Abschnitt). Anders als DATEV Copilot bearbeitet Clara aktiv den Posteingang, doch jeder Entwurf erfordert menschliche Freigabe vor dem Versand — Clara automatisiert die Vorarbeit, nicht die Entscheidung.
Wie gut funktioniert Clara in der Praxis?
Bei der E-Mail-Zuordnung nennt der Anbieter laut FAQ eine Trefferquote von über 95 % nach rund zwei Wochen Kalibrierung — eine Eigenangabe ohne unabhängige Benchmarks, mangels eigener Tests nicht überprüfbar (Stand: 2026-09).
Beispiel-Szenario: Eine Mandanten-E-Mail benötigt ohne Clara oft mehrere Minuten für Recherche und Formulierung, mit Clara nur noch Prüfung und Freigabe eines vorbereiteten Entwurfs. Das ist ein Beispielszenario, keine eigene Messung — die tatsächliche Ersparnis hängt vom Einzelfall ab und lässt sich nicht seriös beziffern.
Die DATEV-Anbindung läuft laut Trust Center (Stand: 2026-09) über den zertifizierten Schnittstellenpartner Riecken Webservice Application GmbH, nicht über eine Eigenentwicklung — funktioniert laut FAQ mit DATEV Cloud, SmartIT und On-Premise, ohne Screenscraping.
Für wen ist Clara geeignet?
Kanzleien mit hohem E-Mail-Aufkommen und bestehender DATEV-DMS-Nutzung dürften am ehesten von Clara profitieren, da sie genau an dieser Schnittstelle ansetzt und keine Systemmigration verlangt. Auch kleinere Teams ohne eigene IT-Abteilung können starten, da sich Clara in vorhandene Outlook-Strukturen einfügt. Kanzleien, die vollautomatisierten Versand ohne Freigabeschritt suchen, finden in Clara das falsche Werkzeug; reine Rechtsanwaltskanzleien außerhalb des Steuerrechts profitieren zudem weniger von der steuerrechtlich ausgerichteten Gesetzesdatenbank.
Preise & Pläne
Stand: 2026-09. Laut Preis-/FAQ-Seite:
- Agent: 150 € netto pro Nutzer/Monat — ohne DATEV-DMS-Ablage, reine E-Mail-Automatisierung
- Agent + DMS: 250 € netto pro Nutzer/Monat — mit DATEV-DMS-Anbindung, laut Anbieter meistgewählter Plan
- Kanzleilösung: ab 10 Mitarbeitenden, individuelle Kalkulation mit persönlichem Onboarding
Für die Kanzleilösung nennt der Anbieter keinen Fixpreis, nur einen Kostenabschlag von bis zu 20 % pro Nutzer gegenüber dem Einzelpreis — für die Budgetplanung eine Lücke. Keine Einrichtungsgebühr, 14 Tage kostenlose Testphase im vollen Funktionsumfang ohne Zahlungsdaten.
Für eine Einzelkanzlei ohne DATEV-Fokus reicht der Agent-Plan (150 €/Monat) als Einstieg. Kanzleien mit aktiver DATEV-DMS-Nutzung sollten direkt mit Agent + DMS (250 €/Monat) starten, da sonst der Hauptnutzen der Dokumentenablage fehlt.
Wann lohnt sich Clara?
| Lohnt sich | Lohnt sich eher nicht |
|---|---|
| Kanzlei nutzt bereits DATEV-DMS aktiv | Keine DATEV-Anbindung im Einsatz |
| Hohes tägliches E-Mail-Volumen mit Mandanten | Sehr geringes Mailaufkommen (Einzelanwalt) |
| Team prüft KI-Entwürfe statt selbst zu schreiben | Wunsch nach vollautomatischem Versand ohne Freigabe |
| Budget ab 150 €/Nutzer/Monat vorhanden | Sehr preissensible Kleinstkanzlei |
| Kanzlei ab 10 Mitarbeitenden mit Skalierungsbedarf | Unklare Budgetplanung ohne Fixpreis-Transparenz |
Empfehlung für DACH-Steuerkanzleien: Der Agent + DMS-Plan (250 €/Nutzer/Monat) ist für Kanzleien mit aktiver DATEV-Nutzung der sinnvolle Einstieg — E-Mail-Automatisierung plus DMS-Ablage in einem Plan. Der reine Agent-Plan reicht nur ohne DATEV-Bezug; die Kanzleilösung lohnt ab etwa 10 Mitarbeitenden, sollte aber wegen der fehlenden Fixpreis-Transparenz vorab konkret angefragt werden.
DSGVO & Datenschutz
Was dokumentiert ist
Intoconvo GmbH ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Potsdam (HRB 42153 P), ohne US-Muttergesellschaft. Hosting erfolgt laut Datenschutzerklärung ausschließlich in der EU (Google Cloud EMEA, Frankfurt/Belgien) sowie über AWS EMEA (eu-central-1, Frankfurt) für KI-Modelle via Bedrock (Stand: 2026-09). Ein AVV nach Art. 28 DSGVO ist Bestandteil aller Pläne und wird laut Trust Center pro Kanzlei beim Onboarding unterschrieben — nicht nur im höchsten Tarif (Stand: 2026-09). KI-Training mit Kanzlei- oder Mandantendaten findet laut Trust Center und FAQ nicht statt („Zero Data Retention", vertraglich zugesichert, Stand: 2026-09).
Subprozessoren sind laut Trust Center vier Anbieter: Google Cloud, AWS, Cloudflare (nur Verbindungsmetadaten) und PostHog (nur Nutzungsmetadaten) — alle mit EU-Sitz oder DPF-Zertifizierung (Stand: 2026-09). Löschung/Rückgabe nach Vertragsende ist laut §16 AVV dokumentiert, Zugriffslogs max. 30 Tage. Verschlüsselung (TLS 1.2+, AES-256) und 2FA-Pflicht für Admin-Zugänge sind ebenfalls dokumentiert (Stand: 2026-09).
Was fehlt oder unklar ist
Eine eigene ISO-27001-Zertifizierung von Intoconvo ist laut FAQ erst für 2027 geplant — die im Trust Center genannten ISO-27001/SOC-2-Zertifikate gelten nur für die Infrastruktur-Provider Google Cloud und AWS (Stand: 2026-09). Ein Self-Service-Portal für Betroffenenrechte fehlt, Anfragen laufen über die Kanzlei als Verantwortliche (Stand: 2026-09). Separat von der DSGVO-Bewertung: Die EU-KI-VO-Risikoklasse ist nicht öffentlich eingeordnet (Stand: 2026-09). Die genannte Zahl „40+ Steuerkanzleien" ist eine unbelegte Eigenangabe (Stand: 2026-09).
Clara verbindet damit ein für ein junges Unternehmen ungewöhnlich vollständiges Compliance-Fundament (EU-Firma, AVV in allen Plänen, dokumentierte Subprozessoren) mit offenen Punkten bei der eigenen Zertifizierung und der Selbstbedienung für Betroffenenrechte.
Wie wir bewerten: Wir prüfen Serverstandort, AVV-Verfügbarkeit, KI-Training und US-Datentransfer. Score 1–10, 10 = vollständig DSGVO-freundlich.
DSGVO-Bewertung: 8,0/10
Warum 8,0/10? ✅ Zero Data Retention, kein KI-Training vertraglich zugesichert ✅ AVV in allen Plänen enthalten, nicht nur Enterprise ✅ EU-Firmensitz und EU-Server ohne US-Mutterkonzern ❌ Eigene ISO-27001-Zertifizierung erst für 2027 geplant ❌ Kein Self-Service-Portal für Betroffenenrechte ❌ US-Mutterkonzerne bei Subprozessoren PostHog und Cloudflare
Hauptabzüge entstehen durch die fehlende eigene Zertifizierung, das fehlende Self-Service-Portal und die US-Mutterkonzerne zweier Nebendienstleister. Für die typische DACH-Steuerkanzlei ist Clara praktisch nutzbar, sobald der im Onboarding jedes Plans enthaltene AVV unterschrieben ist.
Beim Cloud Act entfällt Risiko 1 (US-Muttergesellschaft), da Intoconvo ein deutsches EU-Unternehmen ist. Risiko 2 (US-Subprozessoren) besteht bei PostHog und Cloudflare weiter — beide verarbeiten laut Trust Center nur Metadaten und sind über SCCs sowie DPF abgesichert (Stand: 2026-09), ein Restrisiko bleibt aber.
Alternativen
| Tool | Stärke | Geeignet für | DSGVO-Lage |
|---|---|---|---|
| Dr. Mailo® | Microsoft-365-Tiefe, DATEV laut Anbieter erst ab 790-€-Tarif | Kanzleien mit reinem Outlook-Setup | AVV inkl. §203-Abschnitt dokumentiert, kein eigener Score |
| Voisa | Günstigster Einstieg (29 €/Postfach/Monat) | Preissensible kleine Kanzleien | DATEV-Tiefe laut Recherche nicht verifizierbar, kein eigener Score |
| DATEV Copilot | Kostenlos für DATEV-Mitglieder | Kanzleien, die nur Kernsystem-Funktionen brauchen | Bearbeitet keinen Posteingang, kein eigener Score |
Ein fehlender eigener DSGVO-Score bei Dr. Mailo®, Voisa und DATEV Copilot ist kein Negativurteil, sondern zeigt nur, dass keine eigene Prüfung vorliegt.
Häufige Fragen
Für welche Einsatzfälle eignet sich Clara aus DSGVO-Sicht? Für Steuerkanzleien, die Mandanten-E-Mails und DATEV-Dokumente verarbeiten, ist Clara nutzbar, sobald der AVV unterschrieben ist.
Gibt es einen AVV für Clara? Ja, ein AVV nach Art. 28 DSGVO ist Bestandteil aller Pläne und wird beim Onboarding unterschrieben — nicht auf einen teureren Tarif beschränkt.
Trainiert Clara mit meinen Mandantendaten? Nein, laut Anbieter werden Kanzlei- und Mandantendaten nicht zum KI-Training genutzt („Zero Data Retention", Stand: 2026-09).
Gibt es eine kostenlose Testphase? Ja, 14 Tage im vollen Funktionsumfang ohne Zahlungsdaten und ohne automatische Umwandlung in ein Abo.
Tarife und Datenschutzbedingungen können sich kurzfristig ändern — vor dem Einsatz aktuelle Bedingungen prüfen. Die genannten Scores sind Risikoeinschätzungen nach unserer Methodik, keine rechtlichen Gutachten.
Fazit & Empfehlung
Wähle Clara wenn: deine Kanzlei mit DATEV-DMS arbeitet und ein hohes tägliches Mandanten-E-Mail-Aufkommen hat, das sich durch automatisierte Vorsortierung spürbar entlasten lässt. Lieber Dr. Mailo® wenn: dein Setup rein auf Microsoft 365/Outlook ausgerichtet ist und ein höherer Tarif für tiefere DATEV-Integration infrage kommt.
Clara kombiniert ein solides DSGVO-Fundament (EU-Firma, AVV in allen Plänen, dokumentierte Subprozessoren) mit einer noch ausstehenden eigenen Zertifizierung. Für DACH-Steuerkanzleien mit DATEV-Nutzung ist der Agent-+-DMS-Plan ein nachvollziehbarer Einstieg, sollte aber vor dem Einsatz mit echten Mandantendaten anhand des AVV final geprüft werden.
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