Produktivität & Workflow
Noa Notes
KI-gestützte Sprach-zu-Dokumentation für Arzt- und Zahnarztpraxen mit PVS-Anbindung und Hosting in Frankfurt.
Noa Notes wandelt Arzt-Patienten-Gespräche automatisch in strukturierte Dokumentation um und bindet viele gängige PVS-Systeme an. DSGVO-Score 6,5/10 — offene Punkte bei Löschfristen und §203-StGB-Nachweis. Kein kostenloser Test verfügbar.
Was ist Noa Notes?
Noa Notes ist eine KI-gestützte Dokumentationssoftware für Arzt- und Zahnarztpraxen. Sie zeichnet Konsultationen auf und erstellt daraus strukturierte medizinische Notizen, die sich in gängige Praxisverwaltungssysteme übertragen lassen.
✅ Stärken
- Tiefe PVS-Integration — viele deutsche Systeme bidirektional oder nativ angebunden
- Vier Zertifizierungen dokumentiert — ISO 27001, BSI C5 Typ 2, ISO 27017, ISO 27018
- Hosting in Frankfurt — Server- und Firmensitz in der EU (Jameda GmbH, München)
- AVV öffentlich verlinkt — kein Sales-Kontakt für den Vertragstext nötig
⚠️ Schwächen
- KI-Trainingsausschluss nur als Anbieteraussage, nicht im AVV verifizierbar (Stand: 2026-09)
- Löschfristen nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-09)
- Sub-Prozessor-Liste nicht auffindbar (Stand: 2026-09)
- Kein kostenloser Plan oder Test — nur kostenpflichtiger Einstieg
- §203-StGB-Vereinbarung nicht dokumentiert (Stand: 2026-09)
Noa Notes Test 2026: KI-Dokumentation für Arzt- und Zahnarztpraxen
Noa Notes ist eine KI-gestützte Dokumentationssoftware von Jameda für niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, die Konsultationen im Hintergrund aufzeichnet und daraus strukturierte medizinische Notizen erstellt. Das Tool unterstützt laut Anbieter über 50 Fachrichtungen und bindet sich je nach Plan unterschiedlich tief in gängige Praxisverwaltungssysteme (PVS) ein. Dieser Test basiert auf der Analyse öffentlich verfügbarer Datenschutzdokumente, der Preisseite und ggf. verfügbarer AVV-Dokumentation (Stand: 2026-09).
Warum nutzen Ärzte und Zahnärzte Noa Notes?
Der Kernnutzen liegt darin, die Dokumentationslast während und nach der Konsultation zu reduzieren: Statt parallel zum Gespräch zu tippen oder Notizen nachträglich zu erfassen, läuft die Aufzeichnung im Hintergrund mit. Das ist besonders für Praxen mit hoher Patientenfrequenz relevant, wo Dokumentation administrative Zeit bindet. Durch die PVS-Anbindung entfällt zudem der manuelle Übertragungsschritt zur Patientenakte — je nach Plan reicht das von manueller Übertragung bis zur nativen Übernahme in einzelne Aktenfelder.
Wie gut funktioniert Noa Notes in der Praxis?
Der Workflow läuft in vier Schritten: Patient über die Aufzeichnung informieren und die nach Einzelfall erforderliche Zustimmung einholen, Gespräch oder Diktat starten (Noa zeichnet im Hintergrund auf), die KI erstellt eine strukturierte Zusammenfassung, diese wird ins PVS übertragen. AVV und Art.-13-Information regeln die Datenverarbeitung durch Noa Notes, ersetzen aber nicht die Zulässigkeit der Aufnahme des nichtöffentlich gesprochenen Worts selbst — das bleibt vorab gesondert zu klären und zu dokumentieren. Beispiel: Ein Aufnahmegespräch mit Anamnese, Befund und Behandlungsempfehlung → Noa Notes zeichnet mit → daraus entsteht eine strukturierte Dokumentation mit den Abschnitten Anamnese, Befund und Behandlungsplan, bereit zur PVS-Übernahme.
Wie genau die KI mit Fachterminologie oder Dialekten umgeht, ist mangels unabhängiger Tests nicht überprüfbar (Stand: 2026-09) — der Anbieter nennt über 50 Fachrichtungen, macht aber keine öffentlichen Angaben zur Erkennungsgenauigkeit. Die Integrationstiefe variiert je Plan: Die Basis-Variante läuft browserbasiert ohne PVS-Anbindung, Connect 3.0 überträgt laut Anbieterangabe per One-Click nativ in einzelne Felder der Patientenakte.
Für wen ist Noa Notes geeignet?
Am stärksten profitieren niedergelassene Ärzte und Zahnärzte mit hohem Konsultationsaufkommen, die ein unterstütztes PVS — etwa medatixx, CGM MEDISTAR, Tomedo oder x.isynet — bereits nutzen, da sich die Anbindung ohne Systemwechsel realisieren lässt. Auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit mehreren Behandlern passen, da Jameda ab vier Behandlern Enterprise-Konditionen anbietet.
Weniger geeignet ist Noa Notes für Praxen, die unverbindlich testen wollen: Ohne Gratis-Plan oder Testphase entstehen von Anfang an laufende Kosten plus Einrichtungsgebühr. Wer vor dem produktiven Einsatz eine schriftliche Klärung der Berufsgeheimnisträger-Frage benötigt, sollte das direkt beim Anbieter erfragen, da hierzu keine öffentliche Dokumentation vorliegt.
Preise & Pläne
Noa Notes bietet vier Pläne, alle abgerechnet pro Behandler und Monat, zzgl. Mehrwertsteuer und einer einmaligen Einrichtungsgebühr (Stand: 2026-09):
- Basis — 59 EUR/Monat, 99 EUR Einrichtung, browserbasiert ohne PVS-Anbindung
- Connect 1.0 — 79 EUR/Monat, 199 EUR Einrichtung, einseitige Anbindung, u. a. ALBIS, ivoris, ErgoDent
- Connect 2.0 — 89 EUR/Monat, 199 EUR Einrichtung, bidirektionale automatische Übertragung, u. a. Smarty, QUINCY, T2med
- Connect 3.0 — 109 EUR/Monat, 199 EUR Einrichtung, native One-Click-Übertragung, u. a. Tomedo, medatixx, x.isynet
- Enterprise — individuelle Konditionen ab vier Behandlern
Einen kostenlosen Plan gibt es nicht. Tarife und Datenschutzbedingungen können sich kurzfristig ändern — vor dem Einsatz aktuelle Bedingungen beim Anbieter prüfen.
Wann lohnt sich Noa Notes?
| Lohnt sich | Lohnt sich eher nicht |
|---|---|
| ✅ Praxis nutzt bereits ein unterstütztes PVS mit bidirektionaler/nativer Anbindung | ❌ Praxis möchte zunächst kostenlos testen |
| ✅ Hohes Konsultationsaufkommen mit spürbarer Dokumentationslast | ❌ Sehr geringes Patientenaufkommen, knappes Budget |
| ✅ MVZ mit vier oder mehr Behandlern (Enterprise-Konditionen) | ❌ §203-StGB-Fragen müssen vorab zwingend schriftlich geklärt sein |
| ✅ Bereitschaft zu Monatskosten plus Einrichtungsgebühr | ❌ Praxis nutzt kein aktuell unterstütztes PVS |
Empfehlung: Welcher Connect-Plan sinnvoll ist, hängt fast ausschließlich vom vorhandenen PVS ab, nicht von der Praxisgröße. Bei nativ unterstützten Systemen wie Tomedo oder medatixx bringt Connect 3.0 (109 EUR/Monat) die geringste manuelle Nacharbeit. Bei nur einseitiger Schnittstelle reicht Connect 1.0 (79 EUR/Monat); Basis (59 EUR/Monat) eignet sich nur ohne gewünschte PVS-Anbindung.
DSGVO & Datenschutz
Was dokumentiert ist
Vertragspartnerin ist die Jameda GmbH (München), Hosting laut Anbieterangabe in Frankfurt/EU (Stand: 2026-09). Ein AVV ist direkt von der Noa-Notes-Produktseite verlinkt und öffentlich einsehbar, ohne separaten Sales-Kontakt (Quelle: jameda.de/auftragsdatenverarbeitung, Stand: 2026-09). Vier Zertifizierungen für technische und organisatorische Maßnahmen sind auf Produkt- und Preisseite genannt: ISO 27001, BSI C5 Typ 2, ISO 27017 und ISO 27018 (Stand: 2026-09). Zum KI-Training erklärt die Produktseite, Patientendaten würden dafür niemals verwendet (Stand: 2026-09).
Besondere Datenkategorien & Einwilligung
Noa Notes verarbeitet zwangsläufig Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO, da Anamnese, Befunde und Behandlungsinhalte dokumentiert werden — dafür gilt eine strengere Prüfschwelle als bei gewöhnlichen personenbezogenen Daten: Zusagen wie der KI-Trainingsausschluss sollten sich idealerweise auch im AVV oder in der Datenschutzerklärung nachweisen lassen, nicht nur auf der Produktseite.
Was fehlt oder unklar ist
Der KI-Trainingsausschluss ist bislang nur als Produktseiten-Aussage dokumentiert, eine vertragliche Verankerung im AVV war nicht einsehbar (Stand: 2026-09). Löschfristen für Patienten- und Konsultationsdaten sind nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-09). Eine Sub-Prozessor-Liste ist nicht auffindbar (Stand: 2026-09) — ein Cloud-Act-Risiko über mögliche US-Dienstleister lässt sich daher nicht ausschließen, obwohl kein US-Mutterkonzern besteht. Eine Vereinbarung nach §203 StGB für Berufsgeheimnisträger ist ebenfalls nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-09).
Wie wir bewerten: Wir prüfen Serverstandort, AVV-Verfügbarkeit, KI-Training und US-Datentransfer. Score 1–10, 10 = vollständig DSGVO-freundlich.
Die genannten Scores sind Risikoeinschätzungen nach unserer Methodik, keine rechtlichen Gutachten.
DSGVO-Bewertung: 6,5/10
Warum 6,5/10? ✅ AVV öffentlich verlinkt, kein Sales-Kontakt nötig ✅ Vier Zertifizierungen dokumentiert (ISO 27001, BSI C5 Typ 2, ISO 27017, ISO 27018) ✅ EU-Firmensitz und EU-Hosting (Frankfurt) ❌ KI-Trainingsausschluss nur als Aussage, nicht vertraglich verifiziert ❌ Löschfristen nicht dokumentiert ❌ Sub-Prozessor-Liste nicht auffindbar ❌ §203-StGB-Vereinbarung nicht dokumentiert
Hauptabzüge entstehen durch die fehlenden Löschfristen, die nicht auffindbare Sub-Prozessor-Liste sowie den KI-Trainingsausschluss, der zwar auf der Produktseite zugesagt, aber nicht vertraglich im AVV verifizierbar ist — bei Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO wiegt das schwerer als bei gewöhnlichen Daten. Praktisch bedeutet das: Für die reine Dokumentationsfunktion ist Noa Notes solide aufgestellt, doch vor dem produktiven Einsatz mit echten Patientendaten sollten Praxen den KI-Trainingsausschluss und eine §203-StGB-Regelung schriftlich vom Anbieter bestätigen lassen. Der AVV gilt tarifübergreifend über denselben öffentlichen Link — Hinweise auf eine Beschränkung auf den Enterprise-Plan bestehen nicht (Stand: 2026-09).
Häufige Fragen
Für welche Einsatzfälle eignet sich Noa Notes aus DSGVO-Sicht? Für die reine Dokumentationsfunktion mit EU-Hosting und öffentlich verlinktem AVV ist eine solide technische und vertragliche Ausgangsbasis vorhanden. Beim produktiven Einsatz mit echten Patientendaten sollten vorab zusätzlich die Patienteninformation und -zustimmung zur Gesprächsaufzeichnung geklärt sowie KI-Trainingsausschluss und §203-StGB-Regelung schriftlich bestätigt werden.
Gibt es einen AVV für Noa Notes? Ja, ein AVV ist öffentlich verlinkt und laut Anbieterangabe ohne Sales-Kontakt einsehbar (Stand: 2026-09).
Gibt es einen kostenlosen Plan und was kostet Noa Notes? Nein, laut Preisseite (Stand: 2026-09) sind alle Pläne von Beginn an kostenpflichtig. Je nach Integrationstiefe kostet Noa Notes zwischen 59 und 109 EUR pro Behandler und Monat zzgl. Mehrwertsteuer, dazu eine Einrichtungsgebühr von 99 bis 199 EUR. Für vier oder mehr Behandler gelten individuelle Enterprise-Konditionen.
Gilt für Noa Notes eine Vereinbarung nach §203 StGB für Berufsgeheimnisträger? Das ist derzeit nicht öffentlich dokumentiert (Stand: 2026-09) — Ärzte und Zahnärzte sollten diesen Punkt vor dem produktiven Einsatz aktiv beim Anbieter erfragen.
Fazit & Empfehlung
Wähle Noa Notes wenn: deine Praxis eines der unterstützten PVS-Systeme mit bidirektionaler oder nativer Anbindung nutzt und die laufende Dokumentation Zeit kostet. Warte lieber, bis eine schriftliche Klärung vorliegt, wenn: du Patientendaten produktiv verarbeiten willst, aber noch keine Bestätigung zu KI-Training und §203-StGB-Regelung vom Anbieter hast.
Technisch und rechtlich ist Noa Notes mit EU-Hosting, vier dokumentierten Zertifizierungen und einem öffentlich verlinkten AVV solide aufgestellt. Die praktische Dokumentationsqualität lässt sich mangels unabhängiger Tests nicht bewerten; wer echte Patientendaten verarbeitet, sollte die offenen Punkte zu KI-Training und Berufsgeheimnis vor dem Kauf klären.
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